Ein Wochenende voller Musik (Samstag 1.2. und Sonntag 2.2.)


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Hallo zusammen,

bevor ich mich heute Abend wieder ins Getümmel stürze, möchte ich euch noch kurz von dem vergangenen Wochenende berichten, denn dieses stand bei mir ganz im Zeichen der Musik, da ich sowohl am Samstag als auch am Sonntag Konzerte besucht habe. Auf der einen Seite war am Samstag ein wenig Blues angesagt, denn bei den inzwischen fünften Grazer Blues Tagen im „Orpheum“ bewiesen die gut gelaunten Musiker auf beeindruckende Weise, was so alles in diesem Genre steckt. Am Sonntag hieß es dann die lokalen Bands beim „Local Heroes“ Bandwettbewerb im PPC zu unterstützen. Im direkten Vergleich konnte der jugendliche Elan dabei natürlich nicht mit dem geballte Können der „Oldies“ mithalten, umsonst war der Besuch des Bandkontests dennoch nicht, da durchaus einiges an Potential dort zu finden war.

Doch fangen wir zunächst einmal mit dem Samstag an. An diesem Tag lud „Sir“ Oliver Mally ins Orpheum, um mit Freunden und Gästen nicht nur den Blues, sondern auch sein 35-jähriges Bühnenjubiläum gebührend zu feiern. Besagte Freunde, die sich mit ihm auf der Bühne einfanden, waren Peter Lenz am Schlagzeug, Alex Meik am Bass, Peter Schneider an der Gitarre, Hubert Hofherr an der Mundharmonika und Raphael Wressnig an der Hammondorgel. Mally selbst steuerte eine zweite Gitarre und den Gesang bei.
Ganz wie es sich für eine Jubiläumsfeier gehört, bewies die muntere Truppe dann auch gleich was in ihr steckt: mit allem was das Blues-Herz begehrt, verwöhnten sie die Ohren der Besucher und heizten die Stimmung immer weiter auf. Dabei war vor allem Mally sichtlich von dem großen Zuspruch und der guten Stimmung seitens des Publikums begeistert und gerührt und dem Entertainer, der normalerweise immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hat, versagte tatsächlich ab und an während der Moderation die Stimme.
So verwundert es auch nicht, dass die Zuhörer es gar nicht glauben konnten, als sich der Abend seinem Ende entgegen neigen sollte, und lautstark auf einer Zugabe bestanden – quasi eine letzte gemeinschaftliche musikalische Ekstase, bevor es hinaus in die kühle Nacht ging.

Am Sonntag war das Line Up, wie bei solchen Veranstaltungen üblich, gespickt mit 7 kleineren lokalen Bands, die alle 2-3 Lieder Zeit hatten, um das Publikum, und vor allem die Jury, von ihren Qualitäten zu überzeugen.
„Gabsn“ machte dabei den Anfang: eine One-Man-Show mit einigem Potential, allerdings scheint der sympathische Herr, der so ganz nebenbei Gitarre, Keyboard, Mundharmonika, Didgeridoo und Triangel gespielt und dazu auch noch gesungen hat, noch etwas zu unentschlossen in seinem Schaffen zu sein, wodurch sich seine Lieder eher wie eine Ideensammlung anhören und weniger wie ein harmonisches Ganzes.
„Æquinox“ beschritten im Anschluss schon konventionellere Wege, konnte dafür aber besonders durch die Ausgefeiltheit ihrer Kompositionen und die Finger- und Stimmenfertigkeit ihrer Mitglieder punkten. Ein schöner Beweis dafür, dass guter Progressiv Rock mit starker weiblicher Stimme auch hierzulande zu finden ist.
Als drittes war „Travel to Paradise“ an der Reihe, und auch wenn die drei Jungs an ihren Instrumenten einen tadellosen Job erledigten und einen die Klänge entfernt an den Pop/Rock vergangener Tage denken ließen, so war es die punkige Stimme des Sängers, die einen leider ein wenig aus der Musik riss.
„Matthias Rath feat Anna“ brachten dann mit ihrem Accoustic-Ensemble, bestehend aus einer Gitarre und zwei Stimmen, wieder etwas Ruhe in den Abend. Dabei schienen alle Elemente für sich genommen ganz gut zu funktionieren, harmonieren wollte das Ganze aber leider nicht so recht – hier sind wohl noch ein paar gemeinsame Stunden im Proberaum von Nöten.
Das könnte man auch von der Truppe „Dapo und Finn“ behaupten, haben diese drei Herren sich doch nach eigener Aussage erst wenige Tage vor dem Gig zusammengefunden und zum ersten Mal die Lieder gemeinsam geprobt. Davor muss man durchaus den Hut ziehen, denn während der Performance wäre einem dies nicht aufgefallen. Ganz im Gegenteil, alle drei wirkten routiniert und sich ihrer Sache sicher – bleibt also zu hoffen, dass dieses Projekt weiter bestehen wird.
Die vorletzte Band des Abends drehte die Verstärker dann auf „beinhart“ und schmetterte dem Publikum Deutsch-Rock um die Ohren, sodass einem sofort ein Name durch den Kopf schoss: Rammstein. Auch wenn „Kantig“ noch weit von ihren eindeutigen Vorbildern entfernt sind, konnten sie dem Saal dennoch mit ihren sozialkritischen Texten ordentlich einheizen.
Apropos „einheizen“, das gelang auch der Truppe „Kitar“ ganz hervorragend, wenn auch aus anderem Grund. Hinter diesem Namen verbarg sich nämlich eine Band, die sich die aktuelle Schlager-Pop-Euphorie zu Nutze machte und ihre ganz eigene Version davon auf die Bühne brachte – natürlich mit einem deutlich Augenzwinkern versehen. Wenn da der Frontman im weißen Anzug mit roten Rosen um sich wirft, bleibt wohl kaum ein Augen trocken.
Die beiden letzten Bands waren es dann auch, die sich über den Einzug ins Finale freuen durften, denn während „Kitar“ die Publikumswertung knapp für sich entscheiden konnte, durfte sich „Kantig“ über das „Jury-Ticket“ freuen. Es bleibt anzuwarten, wie sie sich dann im großen Finale am 17.5.2020 schlagen werden.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

3 Kommentare zu „Ein Wochenende voller Musik (Samstag 1.2. und Sonntag 2.2.)

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