„Countdown“ – Auch Dämonen sind im modernen Zeitalter angekommen

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Hallo zusammen,

hier mal eine kleine Geschichte: es war einmal eine Strohwitwe, die sich dachte, den „freien“ Abend könnte man ja hervorragend für einen Kinobesuch nutzen. „The Lodge“ sollte als hoffentlich gelungener Horrorfilm für die Unterhaltung herhalten. Leider unterstütze das Kinoprogramm ihren Wunsch nicht und weil sie nicht umsonst den Weg auf sich genommen haben wollte, entschied sie sich für den anderen Horrorfilm, der zu einer annehmbareren Zeit gezeigt wurde: Countdown. Jetzt wisst ihr also, wie es dazu kam, dass ich mich, ohne im Vorhinein groß etwas über den Film gewusst zu haben, durch diese PG-13 Massenware gequält habe.

Na gut, „gequält“ ist vielleicht ein gar hartes Wort, aber ich bin so klischeehafte, einfallslose und zu keiner Zeit gruselige 0815-Filmchen inzwischen einfach schon leid. Aber bevor ich euch erkläre, warum der Film mich ziemlich kalt gelassen hat, erst einmal eine kurze Zusammenfassung des Inhalts: Man stelle sich vor der Tod aus Final Destination macht sich weniger Gedanken darum, seine Aktionen wie die schrägsten Unfälle der Menschheitsgeschichte aussehen zu lassen, sondern wird lieber handgreiflich und trägt dabei eine Eieruhr mit sich herum. Doch selbst er muss einsehen, so eine Eieruhr ist schon echt altmodisch, und weil er lieber cool sein und mit der Zeit gehen will, programmiert er sich lieber eine App. Das ist erstens billiger, jedem Todeskandidaten immer eine Eieruhr zukommen zu lassen, geht auf die Dauer ganz schön ins Geld, und zweitens auch praktischer, denn mit dem herunterladen der App besiegeln die unwissenden Dumpfbacken ihr Schicksal einfach gleich selber, sowas erleichtert die Suche ungemein.

Ihr seht also schon, aus einer an und für sich gar nicht so unspannenden Prämisse – eine App, die dir tatsächlich deinen Todestag vorhersagen kann – machen die Verantwortlichen hier den x-ten Dämonenhorror nach Schema F. Wobei „Horror“ schon ein starkes Wort ist, denn mit einer PG-13 Freigabe in den USA sollte einem sofort klar sein, dass die Tode eher unspektakulär gehalten sind und meist in dunklen Räumen oder bei Nacht geschehen, so kann man besser kaschieren, dass hier gerade kaum Blut fließt. „Horror“ ist aber auch deswegen ein starkes Wort, weil sich die Macher, wie so oft heutzutage, nicht darauf konzentrieren den Zuschauer wahrhaft das Fürchten zu lehren, sondern ihre Energie lieber darauf verwenden einen gehörig zu erschrecken. Hier muss man dem Film immerhin zugestehen, dass die Jump Scares zum größten Teil kompetent inszeniert sind, weshalb der ein oder andere auch tatsächlich mal sein Ziel erreicht, leider sind aber all diese Szenen nach dem exakt selben, bereits allzu bekannten Muster aufgebaut, wodurch man ihnen gegenüber als Zuschauer enorm schnell abstumpft. Dazu dann noch eine Prise unangebrachten Humor, Darsteller, deren Spiel sich von solide bis dürftig bewegt, und Dialoge, die sich in derselben Kategorie bewegen, und man hat einen uninspirierten Vertreter des „Soft-Horror“ Genres, der keinen Blumentopf gewinnen kann, aber dennoch genügend Geld in die Kinokassen schwemmen wird, um das am Ende angeteaste Sequel zu rechtfertigen.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Originaltitel: Countdown
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Laufzeit: 90 Minuten
  • Regie: Justin Dec
  • Darsteller: Elizabeth Lail, Jordan Calloway, Talitha Bateman, uvm.

8 Kommentare zu „„Countdown“ – Auch Dämonen sind im modernen Zeitalter angekommen

Gib deinen ab

    1. Mein Fall war es nicht…aber wie man auch in den hier bereits befindlichen Kommentaren lesen kann, gibt es durchaus Leute, denen der Film gefällt…ich glaub, es kommt sich auch darauf an, was man erwartet und was einem halt so gefällt…

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  1. Mich hat Countdown überraschend gut unterhalten trotz seiner Schwächen, was aber daran liegt, dass ich zu tief im Horrorgenre stecke und zu viel Trash sehe. Daher bin ich froh wenn sich ein Film zumindest an etwas Humor heranwangt. 😅

    Ich kann deine Kritikpunkte aber absolut nachvollziehen. 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Wahrscheinlich liegt es wirklich daran, dass ich nur sehr wenige Horrorfilme schaue und mich vom schier unüberschaubaren Trash-Bereich sowieso so gut wie fern halte, aber wieso auch immer, der Film hat mir einfach nicht gefallen und dieser Tech-Guy war für mich, gemeinsam mit dem Priester, mit das schlimmste am ganzen Film 😅

      Gefällt 1 Person

      1. Wie gesagt ich kanns voll verstehen wenn einem der Film nicht gefällt. Ich mochte ihn sehr; grad den Priester und den Technik-Doktor. 😂

        Witzig wie Meinungen auseinander gehen können. 😁

        Gefällt 1 Person

      2. Ja voll witzig, wie unterschiedlich man Figuren in Filmen wahrnehmen kann 😂. Vielleicht fiel bei mir auch noch ins Gewicht, dass ich ja eigentlich The Lodge schauen wollte und somit auf Grusel pur eingestellt war…da hat es dann natürlich ein auf PG 13 getrimmtes Filmchen nochmal besonders schwer 😉

        Gefällt 1 Person

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