„Zwei rechnen ab“ – Aufgabe #52 (Schaue einen Film, in dem es um ein historisches Ereignis geht)

Hallo zusammen,

ich muss mich jetzt hier mal outen und etwas äußerst peinliches gestehen: mir war nicht bewusst, dass Wyatt Earp eine real existierende Person war, sondern ich dachte eher, er wäre sowas wie „Robin Hood“, ein Mythos, eine Legende, eine Figur, die aus mehreren Vorbildern zusammengeschustert wurde. Nachdem mich mein Mann vor der Sichtung dieses Films, in dem es um die Freundschaft zwischen Earp und Doc Holliday und den legendären Showdown am O.K. Corral geht, über meinen Irrtum aufgeklärt hatte, war mir sofort klar, dass sich diese Sichtung perfekt für die Filmreise-Challenge eignet. Denn immerhin handelt es sich hierbei nicht um eines der großen historischen Ereignisse, die einem jeden sofort in den Sinn kommen, sondern um ein vergleichsweise kleines Ereignis, dass es aber dennoch geschafft hat, in die Geschichte einzugehen und als solche fortzubestehen.

Außergewöhnlich an diesem Film finde ich die Tatsache, dass sich die Geschichte sich erst ganz zum Schluss mit der im englischen Original immerhin titelgebenden Schießerei beschäftigt und die Beweggründe dafür eher so nebenbei abspeist werden. Eigentlich wird hier nämlich die Freundschaft zwischen dem Gesetzeshüter Earp und dem Ganoven Holliday porträtiert, und das auf eine so herzerwärmende, amüsante und nachvollziehbare Art und Weise, dass der Zuschauer sofort versteht, weshalb sich diese Männer, trotz all ihrer Unterschiede und der Unwägbarkeiten, immer wieder helfend unter die Arme gegriffen haben. Hier haben wir also einen der wenigen Kandidaten, wo ich den deutschen Titel tatsächlich um einiges passender finde, als den Originaltitel.
Dass sich die gezeigte Freundschaft dabei so natürlich anfühlt, liegt selbstverständlich zu einem großen Teil an den beiden Schauspielern Burt Lancaster und Kirk Douglas, die hier ein famoses Duo abgeben. Abseits dieser beiden Darsteller und der durchaus wertigen, gelungenen Inszenierung, kämpft der Film allerdings auch mit so einigen Probleme, von denen die meisten aus der Zeit heraus erklärbar sind, in denen der Film produziert wurde.
Da wären zunächst einmal die Frauenrollen, diese kommen zwar in den wenigstens Western tatsächlich zum Zug und transportieren in den meisten Fällen ein äußerst fragwürdiges Bild, aber hier wirkte der Umgang mit den „Frauenzimmern“ sogar für Western-Verhältnisse ziemlich ruppig. Aber nicht nur die Frauen, auch die Schießereien kommen deutlich zu kurz. Zwar ist der finale Showdown im Vergleich zu der echten Schießerei am O.K. Corral aus dramaturgischen Erwägungen deutlich in die Länge gezogen worden (das echte Aufeinandertreffen war nämlich nach weniger als einer Minute auch schon wieder vorbei), aber der Weg hin zu dieser unvergesslichen Konfrontation ist einfach viel zu überhetzt und kurz gestaltet, sodass einem als Zuschauer gar nicht recht bewusst ist, worum es eigentlich bei dem Konflikt genau geht. Und nicht nur das Finale lässt zu wünschen übrig – eine Übermacht legt plötzlich unverständlicherweise die Waffen nieder, Feinde entschließen sich dazu, die Sache doch nicht zu Ende zu bringen und jeder ist entweder ein Meisterschütze oder ein Vollversager.

Das alles sind zwar durchaus ins Auge fallende Schwächen, sie schmälerten den Unterhaltungswert des Filmes für mich aber nur in geringem Maße, eben weil die Hauptfiguren einem so schnell ans Herz wachsen, dass man über die kleinen Stolpersteine am Wegesrand gerne hinweg sieht, um weiter mit den beiden Richtung Sonnenuntergang zu reiten.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Originaltitel: Gunfight at the O.K. Corral
  • Erscheinungsjahr: 1957
  • Laufzeit: 122 Minuten
  • Regie: John Sturges
  • Darsteller: Burt Lancaster, Kirk Douglas, Rhonda Fleming, uvm.

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