Rezensionsleichen in meinem Keller – April 2020

Hallo zusammen,

kaum zu glauben, aber auch der Mai ist schon wieder zur Hälfte rum, weshalb es mal wieder höchste Zeit wird ein paar Leichen aus meinem Keller zu schaffen, die im April dort unten liegen geblieben sind. Bedingt durch die derzeitige Situation hat sich da wieder ganz schön was angesammelt, deswegen kommen wir auch gleich mal ohne große Umschweife zu jenen Filmen, die ich im April gesehen habe und an keiner anderen Stelle besprochen habe bzw besprechen werde…

⇒ Die Nacht des Jägers (Erstsichtung)

Prädikat: Vertraue keinem Fremden

Von vielen Kritikern weltweit sehr gelobt, konnte mich der Film leider nur bedingt überzeugen. Es gibt ein paar wirklich starke Szenen und die Schauspieler machen allesamt einen guten Job – auch wenn einem Shelley Winters als hörige Ehefrau manchmal schon echt auf die Nerven geht. Dann gibt es aber auch wieder sehr befremdliche Szenen und solche, die einfach unnötig wirken. Aus filmhistorischer Sicht sicher sehenswert aber für mich leider trotzdem kein Meisterwerk.

⇒ Borg vs McEnroe (Rewatch)

Prädikat: Eisberg vs Hitzkopf

Als ich den Film damals im Kino gesehen habe, war ich nicht wirklich überzeugt von diesem Film über eines der legendärsten Tennis-Matches der Sportgeschichte (HIER könnt ihr meinen damaligen Eindruck nachlesen). Bei der zweiten Sichtung hat mir der Film aber doch deutlich besser gefallen, vielleicht ja auch, weil ich schon wusste, was mich erwarten wird. Ich finde zwar noch immer, dass McEnroe zu wenig Charakterisierung spendiert bekommt, aber gerade das finale Match habe ich bei dieser Sichtung deutlich mehr genossen und empfand es insgesamt als recht spannend inszeniert.

⇒ Die Wiege der Sonne (Rewatch)

Prädikat: Culture Clash in den 90ern

Ich weiß auch nicht warum, aber jedes Mal, wenn dieser Krimi/Thriller mit Connery und Snipes irgendwo im TV gezeigt wird, schau ich ihn mir immer wieder an. Obwohl die Geschichte rund um einen Mord im Dunstkreis eines japanischen Großkonzerns nicht besonders originell ist, und der Film auch sonst bei weitem nicht perfekt, fühle ich mich doch immer wieder sehr gut von den beiden Hauptdarstellern unterhalten.

⇒ Habemus Papam (Erstsichtung)

Prädikat: Ein Papst auf der Flucht

Auch wenn einen hier ein paar wirklich witzige Einfälle und starke Szenen erwarten, hatte ich mir doch insgesamt „mehr“ von dieser italienischen Satire erwartet. Über seine gesamte Laufzeit wirkte das Ganze auf mich einfach oft zu zahnlos.

⇒ Die glorreichen Sieben (Rewatch)

Prädikat: Auch Remakes können unterhaltsam sein

Um das gleich einmal klar zu stellen, hier geht es um das 2016 erschienen Remake von Antoine Fuqua. Dieses ist nur so gespickt mit berühmten Namen, allen voran Denzel Washington als Kopfgeldjäger und freischaffender Söldner. Das trägt natürlich dazu bei, dass der Coolness-Faktor des Films gleich mal um einige Punkte steigt. Aber auch abseits des Casts ist Fuqua ein wirklich unterhaltsamer Western gelungen.

⇒ Fast & Furious Five (Rewatch) 

Prädikat: Schnelle Autos, hübsche Frauen und jede Menge Geld – was will man mehr 

Wenn man sich einmal den ersten Film der Reihe anschaut, ist es beinahe unglaublich, wo sich das Franchise inzwischen hin entwickelt hat. Der fünfte Teil war dabei maßgeblich für einige Kurskorrekturen verantwortlich und brachte ein wenig dringend benötigte Frische mit sich, indem neue Charaktere eingeführt und alte zusammengeführt wurden, und das Setting sich weg von den illegalen Straßenrennen und kleineren Gaunereien hin zu einem unterhaltsamen Heist-Movie entwickelte.

⇒ Paradox: Kill Zone Bangkok (Erstsichtung) 

Prädikat: Harter Toback mit deutlichen Schwächen 

Mal wieder ein Fall von Marketing-Fail, da das Cover der deutschen DVD Erwartungen an einen Martial-Arts-Kracher mit Tony Jaa weckt, obwohl es sich eigentlich um ein ziemlich hartes Drama im Bereich des illegalen Organhandels handelt (indem Jaa lediglich eine kleine Nebenrolle spielt). Das alles würde einen aber nicht weiter stören, wenn der Film dann wenigstens gut wäre, aber abgesehen von einem Finale, dass einen wirklich mitnimmt, bietet der Film zu wenig Emotionalität und verliert sich zu oft in seinem merkwürdigen Schnitt, als dass man ihn als wirklich gelungen bezeichnen könnte.

⇒ Apollo 13 (Rewatch) 

Prädikat: Immer wieder Gänsehaut pur

Auch diesen Film schaue ich mir immer wieder gerne an, wenn er irgendwo im TV zu sehen ist, einfach weil ich ihn großartig finde. Die Schauspieler, die Effekte, der Soundtrack, hier passt einfach alles perfekt zusammen und sorgt dafür, dass sich einem auch nach der x-ten Sichtung die Nackenhaare aufstellen bei den legendären Worten „Houston, wir haben ein Problem“.

⇒ Perrier’s Bounty (Erstsichtung) 

Prädikat: Kurzweilig, aber nicht der große Wurf

Hier fühlt man sich stellenweise doch recht stark an die frühen Guy Ritchie Filme erinnert – eine abgedrehte Geschichte im Gangstermilieu, ein eigentlich ganz netter Kleinkrimineller, der in der Patsche steckt, und ein amüsantes Katz-und-Maus-Spiel. Leider tut diese Ähnlichkeit dem Film aber nicht wirklich gut, weil man ihn zwangläufig immer wieder im Kopf mit ähnlichen Genrevertretern vergleicht und man immer wieder zu dem Schluss kommt, dass dieser Dialog noch knackiger oder jene Szene noch witziger hätte sein können.

⇒ Skyscraper (Erstsichtung) 

Prädikat: Gut geklaut ist nicht immer halb gewonnen 

Gut, hier nun mein Geständnis: trotz meines „Prädikats“ und der Tatsache, dass ich weiß, dass der Film ein frech zusammengeklautes, ziemlich hirnrissiges Action-Spektakel ist, habe ich mich wirklich gut unterhalten gefühlt. Die Action ist so drüber, dass sie schon wieder amüsant ist, The Rock lässt mal wieder den Charmebolzen raushängen und sogar zwei/drei richtige Lacher haben sich eingeschlichen.

⇒ Lautlos wie die Nacht (Erstsichtung) 

Prädikat: Guter alter Heist-Movie mit überraschendem Ende

Ein letzte großer Coup – mit diesem Gedanken fängt es meistens an. So auch hier, wo ein gerade aus dem Gefängnis entlassener Ganove noch ein letztes Ding durchziehen will, bevor es ab in den Ruhestand geht. Und obwohl die Handlung nicht gerade vor Kreativität strotzt, sind es vor allem die tollen Schauspieler und die gelungene Inszenierung, die das Ganze zu einem wirklich unterhaltsamen Genrevertreter machen.

⇒ J.R.R Tolkien: Designer of Worlds (Erstsichtung) 

Prädikat: Für Einsteiger gut geeignet 

Wer sich noch nicht wirklich mit dem Autor jenes großen Fantasy-Epos namens „Der Herr der Ringe“ auseinandergesetzt hat, bekommt mit dieser Dokumentation einen sehr guten ersten Einblick in sein Leben und Wirken. Mehr als ein erster Einblick ist es aber nicht geworden, weshalb Fans wohl kaum etwas Neues zu hören bekommen werden.

⇒ The Crow (Erstsichtung)

Prädikat: Trotz kleinerer Schwächen zu Recht Kult 

Ja, es ist war, wenn man sich „The Crow“ anschaut, fällt einem sofort auf, dass Brandon Lee wirklich viel Talent hatte, und dass aus ihm wohl ein großer Schauspieler geworden wäre. Leider sollte es wohl einfach nicht sein. Der Film hat neben Lees Performance aber auch noch ein tolles Setting und eine düstere Grundstimmung zu bieten. Über die kleineren Schwächen, die Effekte und das Drehbuch betreffend, kann man dank des hohen Unterhaltungswertes leicht hinwegschauen.

⇒ Unternehmen Petticoat( Erstsichtung)

Prädikat: Eine moderne und unterhaltsame Odyssee 

Manchmal steht einem der Sinn nicht nach dem großen Drama, dem nächsten Meisterwerk, sondern einfach nur nach 2 Stunden leichter Unterhaltung mit zündenden Gags – und genau das bietet einem diese Komödie mit Cary Grant und Tony Curtis in den Hauptrollen. Okay, bei ein paar der porträtierten Rollenklischees muss man schon mal ein Auge zudrücken, aber alles in allem ist „Unternehmen Petticoat“ ein wirklich amüsanter Film, bei dem ich viel gelacht habe.

⇒ Tony Curtis: Driven to Stardom (Erstsichtung) 

Prädikat: Ein gelungener Einblick in das Leben eines Stars

Ich mag diese Angewohnheit von ARTE, gelegentlich nach einem Spielfilm ein Porträt eines Schauspielers oder Filmemachers zu zeigen. Das sind meistens kurz gehaltene Dokumentationen über das Leben und Schaffen des Porträtierten, die dem Zuschauer einen guten ersten (wenn auch meist eher oberflächlichen) Eindruck vermitteln und einen oft dazu anregen, mehr über den Künstler in Erfahrung bringen zu wollen.

⇒ Licht (Rewatch) 

Prädikat: Ansehnlicher Kostümfilm, gelungene Buchverfilmung und sehenswertes Biopic in einem 

„Licht“ überzeugt auf so vielen Ebenen: da wären die wunderbaren Kostüme, die hervorragenden Schauspieler, die großartige Musik und auch die gefühlvolle Inszenierung. Während der Sichtung zieht einen der Film so in seinen Bann und man verfolgt gespannt das Geschehen. Doch leider fällt einem dann nach der Sichtung auf, dass der Film, trotz all seiner Finesse, nicht wirklich haften bleibt und sehr schnell wieder verblasst.

⇒ Hitchcock (Rewatch) 

Prädikat: Der Meister des Suspense mal ganz privat 

Auch wenn es in dem Film unter anderem darum geht, wie Hitchcock seinen Klassiker „Psycho“ auf Film bannt, steht doch ganz klar sein Privatleben und die Beziehung zu seiner Frau im Vordergrund. Hier wird dann, wie üblich bei Biopics, zu Gunsten der Dramaturgie einiges geschönt, hinzugedichtet oder weggelassen, aber dennoch kommt am Ende ein durchaus sehenswerter Film dabei heraus – was vor allem an den beiden Hauptdarstellern Anthony Hopkins und Helen Mirren liegt (obwohl man sich erst einmal an das eigenwillige Kostüm von Hopkins gewöhnen muss).


Und das waren sie auch schon, meine Rezensionsleichen vom April.
Kennt ihr vielleicht einen der hier genannten Filme? Wenn ja, wie ist eure Meinung dazu? Schreibt es doch in die Kommentare.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

5 Kommentare zu „Rezensionsleichen in meinem Keller – April 2020

Gib deinen ab

  1. Hi – ich hatte Dir vor ein paar Tagen mit meinem anderen, neuen Blogprofil (Filmklassiker aus Old Hollywood) einen Kommentar geschickt. Da ich nun bei Blogspot bin, ist er garantiert in Deinem Spam gelandet…
    Vielleicht kannst Du ihn vorkramen… Das wäre nett…
    Danke!

    Gefällt 1 Person

  2. Ja, ich kenne „Apollo 13“ und „Die Nacht des Jägers“.
    Den ersten schätze ich ebenso wie Du – den zweiten finde ich genial (ein Attribut, das ich selten verleihe). Aber ich verstehe, dass er befemdlich wirken kann. Kennst Du Dich etwas mit Stummfilmen aus? „Die Nacht des Jägers“ macht viele Anleihen bei der Stummfilmästhetik.

    Gefällt mir

    1. Sagen wir mal so, ich bin im Stummfilm nicht unbedingt bewandert…allerdings ist es nicht die Ästhetik, die mich „gestört“ hat, sondern eher so Sachen wie Dialoge, Figurengestaltung, etc. Ich weiß schon, das war eine andere Zeit und so, aber das bedeutet eben nicht, dass ich nur aufgrund dieses Wissens die Mutterrolle weniger anstrengend empfunden hätte.

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