„Die dunkelgraue Pelerine“ – Buchrezension

Hallo zusammen,

mein Schwiegervater, ein großer Krimifan, hat vor einiger Zeit mal ein paar Bücher aussortiert und die Leseratte in mir hat die Gelegenheit natürlich sofort genutzt und sich jene Bücher gesichert, deren Klappentexte besonders spannend geklungen haben. Was konnte schließlich bei einem halbwegs gut erzählten Krimi mit interessanter Prämisse schon groß schief gehen. Nun, wie mir dieses Buch beweisen sollte, so einiges. Aber kommen wir zunächst einmal zum Inhalt…

Wir befinden uns im viktorianischen London, die politische Situation ist angespannt, immer mehr Frauen fordern nicht nur ein Wahlrecht, sondern auch die Möglichkeit für ein Amt kandidieren zu dürfen. Und plötzlich ist der erste Abgeordnete tot, direkt vor dem Parlament. Was steckt dahinter? Wo liegt das Motiv? Ein schwieriger Fall für Inspektor Thomas Pitt, der wie so oft seine Frau um Rat bittet. Doch können sie den Fall auch diesmal lösen…?

Hört sich doch ganz spannend an oder? Quasi ein Polit-Thriller, der im 19 Jhdt spielt, und sich als Setting den Kampf der Frauen für mehr politische Rechte wählt – was könnte besser in unsere Zeit passen. Leider muss man aber sagen, dass sich sowohl hinter meiner Beschreibung, als auch hinter dem eigentlichen Klappentext eine Mogelpackung verbirgt, denn wer sich nun spannende politische Debatten oder echte Einblicke in die Situation zur damaligen Zeit erwartet, der wird bitter enttäuscht werden. Die eigentliche Handlung ist nämlich lieber etwas realistischer angehaucht, was vor allem eines bedeutet: Der Leser folgt einem Inspektor, der ein unfruchtbares Verhör nach dem anderen führt, den Großteil der Zeit auf der Stelle tritt und einfach kein Motiv finden kann. Doch nicht nur die Hauptfigur wird lange Zeit im Dunkeln gelassen, selbst für die Leser hat die Autorin keine Brotkrumen gestreut, was leider zu frustrierender Langeweile führt. Und sogar der deutsche Titel scheint vollkommen willkürlich gewählt, versteht man doch bis zum Schluss nicht wirklich, was das titelgebende Kleidungsstück nun eigentlich mit der Handlung zu tun haben soll.

Alles in allem also ein sehr enttäuschender Krimi, bei dem es an allen Ecken und Enden hapert, der viel zu lange braucht, um wenigstens so etwas ähnliches wie Spannung zu erzeugen, und nicht einmal eine clevere finale Auflösung als Entschädigung bieten kann.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Originaltitel: Bethlehem Road
  • Autorin: Anne Perry
  • Übersetzerin: Ingeborg Salm-Beckgerd
  • Verlag: Wilhelm Heyne Verlag
  • ISBN: 3453071638

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