„American Gods“ (Director’s Cut) – Buchrezension

Hallo zusammen,

heute kommen wir mal zu einem Genre, dass ich in meiner Jugend vollkommen außen vor gelassen habe, das ich aber in den letzten Jahren immer häufiger mal zur Hand nehme: das Fantasy-Genre. Obwohl, eigentlich habe ich mir dieses Buch damals (so vor einem Jahr) gekauft, weil ich mir die ersten paar Folgen der Serie angeschaut hatte und einfach absolut nichts verstanden habe. Und wenn so etwas bei einer Buchverfilmung passiert, spiele ich immer sehr schnell mit dem Gedanken mir das Buch zu besorgen, um zu überprüfen, ob das genauso verwirrend ist, oder ob die geschrieben Variante nicht vielleicht doch ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen vermag. Wieso ich die Geschichte zwar besser durchblicken konnte, mir das Buch aber trotzdem nicht so wirklich gefallen hat, erzähle ich euch nach einer kurzen Inhaltsangabe.

Eigentlich stand Shadow kurz davor einen der glücklichsten Tage seines Lebens zu haben. Immerhin sollte er in 2 Tagen endlich aus dem Gefängnis entlassen werden und seine geliebte Frau wiedersehen dürfen. Doch dann wird er zum Gefängnisdirektor gerufen, und sein Leben wird schlagartig auf den Kopf gestellt, als er erfährt, dass seine Frau bei einem Autounfall ums Leben kam und er vorzeitig entlassen wird, um ihrer Beerdigung beiwohnen zu können. Als wäre das nicht schon Schock genug, lernt er auf dem Flug in die Heimat einen eigenartigen Mann kennen, der nicht nur alles über Shadow zu wissen scheint, sondern ihm obendrein einen Job anbietet. Doch wer steckt wirklich hinter dem Fremden, der sich selbst „Mr. Wednesday“ nennt? Und in was ist Shadow da nur hineingeraten?

Eines einmal vorweg, man kann Neil Gaiman nun wirklich keine mangelnde Kreativität vorwerfen, denn die Geschichte, rund um den Kampf „alte“ Götter gegen „neue“, die er sich für diesen Roman einfallen hat lassen, zeigt durchaus eindrucksvoll, dass dieser Mann sein Handwerk versteht. Vielleicht ja sogar etwas zu gut, denn nur weil Gaiman sich offensichtlich in der indischen, nordischen und indianischen Mythologie wie zu Hause fühlt, muss es dem Leser nicht zwangsläufig auch so gehen, weshalb er mehr als einmal stirnrunzelnd vor seiner Lektüre sitzt und sich fragt, welcher Gott sich jetzt eigentlich hinter dieser oder jener Beschreibung verbirgt – zumindest mir erging es so. Gut, oftmals löst sich das Mysterium dann irgendwann auf, aber eben nicht immer, und so fühlt man sich viel zu oft ebenso planlos, wie der Protagonist „Shadow“ – was womöglich die Intention Gaimans war, deswegen aber nicht weniger frustrierend ist.
Ganz allgemein ist dieses sture Verharren beim Protagonisten, durch dessen unwissende Augen der Leser in dieser Geschichte umherstreift, augenscheinlich nicht immer die beste Idee, denn allzu oft zieht das Buch plötzlich die Handbremse, parkt „Shadow“, und damit auch den Leser, in irgendeine ruhige Ecke, während man das Gefühl nicht los wird, dass die ganzen interessanten Sachen gerade irgendwo anders passieren.
Vielleicht ist es deswegen auch irgendwie bezeichnend, dass ich mich, ähnlich wie „Shadow“, irgendwann einfach resignierend damit abgefunden hatte, dass ich alles nur häppchenweise erfahre, wenn überhaupt, ich oft zurückgelassen werde, um darauf zu warten, dass sich die Handlung wieder meiner besinnt, und ich deswegen auch bei der finalen Auflösung nur kurz und etwas ermüdet mit den Schultern gezuckt habe.

Alles in allem ist „American Gods“ mit einer tollen Prämisse, vielen interessanten Ideen und einer reich erdachten Welt gespickt, die leider nur zu einem Bruchteil beim Leser ankommt, da dieser leider einem komplett ahnungslosen Protagonisten an den Fersen klebt, der beinahe schon gleichgültig durch den Großteil der Handlung stolpert, und es nicht schafft, einen anständig in die Welt einzuführen.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Originaltitel: —
  • Autor: Neil Gaiman
  • Übersetzer: Hannes Riffel
  • Verlag: Eichborn Verlag (Bastei Lübbe AG)
  • ISBN: 978-3-8479-0587-5

4 Kommentare zu „„American Gods“ (Director’s Cut) – Buchrezension

Gib deinen ab

    1. Am Anfang gefiel mir das „Fish out of Water“ – Konzept auch noch, aber irgendwann wurde mir Shadow dann einfach zu passiv und gleichgültig, weshalb er um einiges weniger dieser coolen Parallelwelt erkundet hat, als ich mir gewünscht hätte…
      Hab die Serie begonnen, bevor ich das Buch zur Hand genommen hatte und nach 5 Folgen oder so nicht mehr weitergeschaut…hat mich irgendwie nicht so gepackt. Ich mein, visuell war es der Hammer aber die Story wollte bei mir einfach nicht so richtig zünden.

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      1. Staffel 1 fand ich noch stark, in Staffel 2 habe ich dann aber auch irgendwann aufgehört. Da war es dann auch nicht mehr meins

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