„Blasmusikpop“ – Buchrezension

Hallo zusammen,

nicht nur der Filmjunkie, auch die Leseratte in mir war während meiner Blog-Abwesenheit aktiv und so wird es in der nächsten Zeit auch wieder einige Buchrezensionen hier geben. Beginnen möchte ich dabei mit einem Kandidaten, von dem ich mir eigentlich durchaus ein bisschen war erwartet hatte, der dann aber leider nicht so recht zünden wollte: Die Rede ist von „Blasmusikpop“ der österreichischen Autorin Vea Kaiser.

Die Welt in St.Peter am Anger ist noch in Ordnung. Klar, die wichtigsten Entwicklungen und Geschehnisse draußen in der großen, fremden Welt bekommt man schon mit, aber eigentlich bleibt man doch lieber unter sich. Nur einer stört die hochgehaltene Ruhe und Eintönigkeit, ein Bewohner namens Johannes Gerlitzen, der sich doch tatsächlich auf den Weg macht, um zu studieren. Das könnte man ja noch verkraften, schwerer wiegt dann allerdings, dass dieser Gerlitzen, er war ja schon immer ein recht merkwürdiger Geselle, eines Tages tatsächlich wieder zurückkehrt und seinem Enkel ähnliche Flausen in den Kopf setzt. Doch dass es dann ausgerechnet besagter Enkel ist, der die große weite Welt nach Anger bringt, damit hätte wohl keiner der Dorfbewohner gerechnet.

Eigentlich scheint dieses Buch wie gemacht für mich: ich selber bin zwar nicht in einem Bergdorf, aber in einem ähnlich kleinen Kaff aufgewachsen, ich liebe abgedrehte Geschichten und bissig pointierte Beobachtungen und kann auch viel mit sozialkritischem Humor anfangen. Man sieht also, dieses Werk müsste es ganz leicht unter meine Favoriten schaffen. Und trotzdem ist es nicht dort gelandet, nicht mal im Ansatz. Sollte ich meine Gefühle gegenüber dem Buch zusammenfassen, wären sie wohl eher als lauwarm zu bezeichnen. Denn obwohl mir die eigentliche Prämisse wirklich sehr zusagt, konnte mich Kaiser mit ihrer Umsetzung nicht vollends in ihren Bann ziehen. Zu oft blieben eigentlich gute und witzige Ideen auf halber Strecke plötzlich liegen, wurden nicht zu Ende gedacht oder endeten für meinen Geschmack zu handzahm. Immer wieder ertappte ich mich dabei, wie ich mir vorstellte, was wohl ein Schriftsteller wie Jonas Jonasson aus dieser Idee machen hätte können. Versteht mich nicht falsch: Das Potenzial für zukünftige Größe ist eindeutig da, nur wird dieses Potenzial eben noch nicht wirklich ausgeschöpft. Was natürlich daran liegen wird, dass es sich hier um das Romandebüt einer gerade einmal 32-jährigen Schriftstellerin handelt.

So empfand ich den Roman am Ende, trotz der vielversprechenden Basis, leider als nur leidlich unterhaltsam, auch aufgrund des teils verschenkten Potenzials. Trotzdem muss ich festhalten, dass es für ein Romandebüt doch so gelungen ist, dass ich durchaus auf zukünftige Werke von Vea Kaiser gespannt bin.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Autorin: Vea Kaiser
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • ISBN: 978-3-462-04464-5

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