„Bücher, die zu bewegten Bildern wurden“-Challenge #8 (The Circle)

Hallo zusammen,

neben der Filmreise-Challenge bin ich auch fleißig am „abarbeiten“ meiner Lese-Challenge. Dabei habe ich mir einige Bücher zusammengesucht, auf die ich neugierig wurde, nachdem ich deren Verfilmungen gesehen hatte.

Bei „The Circle“ war der Grund aber ein anderer, als man zunächst annehmen dürfte. Denn wo einem normalerweise ein Film gefällt und man deswegen gerne noch einmal, und wahrscheinlich sogar intensiver, in die Geschichte eintauchen möchte, da konnte mich die Adaption von „The Circle“ damals im Kino nicht wirklich von sich überzeugen. Irgendwie wartete man ständig auf den großen Knall, auf die Offenbarung der Intention, die aber leider niemals kam. So gingen die Lichter an, ich saß im Kinosessel und wusste nicht, was das nun eigentlich sollte. Viele bezeichneten den Film als langweilig, doch für mich trifft es das nicht wirklich, für mich fühlt er sich eher ziellos an – und das nicht in einem guten Sinne. Damit war eines klar: Das Buch musste her. Denn dort musste des Pudels Kern zu finden sein.

Immerhin war das Buch damals ein Beststeller, wurde mannigfach gelobt und Namen wie Tom Hanks und Emma Watson wirkten bei der Verfilmung mit. So hegte ich die Hoffnung, dass die mitschwingende Sozialkritik, die eigentlich vorhandenen Konsequenzen und damit einhergehend die übergeordnete Botschaft des Werkes lediglich bei der filmischen Umsetzung verloren gegangen sein – oder sich ihr Fehlen selbst als die eigentliche Sozialkritik herausstellen würde. Ich hoffte also auf ein modernes „1984“, doch wo ich auch suchte, ich konnte einfach keines finden. Ich glaube auch nach der Lektüre, dass der Autor auf jeden Fall ein sozialkritisches Werk abliefern wollte, nur leider verstehe ich nicht, wie das mit den vorliegenden Mitteln bewerkstelligt werden könnte. Denn es ist etwas anderes, ob ich die beschriebenen Zustände als besorgniserregend einstufe, oder ob das Buch es tut.

Natürlich kann man sagen, dass bereits die Geschichte, rund um eine junge Frau, die bei einem fiktiven Unternehmen namens „The Circle“ (quasi eine Kombination aus Google, Apple und Amazon) anfängt und im Laufe der Zeit freiwillig immer weiter zum gläsernen Menschen mutiert und das auch von anderen fordert und erwartet, bereits per se sozialkritisch ist. Aber leider war es das dann auch schon mit der Sozialkritik. Denn anstatt das unsere Protagonistin die Ereignisse irgendwann beginnt kritisch zu hinterfragen, wird sie nur immer weiter hinab gezogen in die wahnhafte Vorstellung von einer Welt, in der Privatsphäre ein Fremdwort wäre. Im Laufe der Geschichte liefert sie sogar mehrfach viele gute Argumente, warum so eine Welt ein besserer Ort wäre, die wenigen kritischen Stimmen, die versuchen mit ihr zu reden, scheinen dagegen zahnlos, fast so als fehlten ihnen die Argumente.

Und wenn die Protagonistin in so einem Werk die Pro-Seite vertritt, im Laufe der Geschichte nichts lernt, am Ende keine Entwicklung stattgefunden hat und alle Gegenstimmen entweder im Keim erstickt werden oder gar nicht erst aufkommen, dann fängt man sich an zu fragen, ob der Autor hier absichtlich eine Geschichte schreiben wollte, die ins Nichts führt, und sich dabei konsequent Dingen wie Spannungsaufbau und Charakterentwicklung verwehrt, quasi um die Sinnlosigkeit und Gleichgültigkeit menschlichen Handelns per se zu verdeutlichen, ob er mit der Wahl seiner Hauptfigur und deren besorgniserregenden Handlungen, die ohne jegliche Konsequenzen bleiben, darauf hindeuten wollte, dass es womöglich schon zu spät für unsere Gesellschaft ist, oder ob die „Kritik“ in der „Gesellschaftskritik“ aus Versehen irgendwo auf dem Weg verloren gegangen ist.

So oder so täuschen all diese angestellten Vermutungen und selbst hineingelesenen Interpretationen nicht darüber hinweg, dass das Buch am Ende ziemlich langweilig, zahn- und belanglos ist – ebenso wie der Film.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

5 Kommentare zu „„Bücher, die zu bewegten Bildern wurden“-Challenge #8 (The Circle)

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    1. Sehe ich genauso…auch der ehemalige Initiator und Mitbegründer des Ganzen, der im Buch immerhin eine etwas größere Rolle spielt als im Film, wäre sicher eine Figur gewesen, die mehr Raum in der Geschichte verdient hätte und sie aufwerten hätte können.

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