„Bücher, die zu bewegten Bildern wurden“ – Challenge #11 („Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“-Trilogie)

Hallo zusammen,

so, heute folgt die nächste große Reihe, die ich, neben „Harry Potter“, im Zuge meiner Lese-Challenge endlich einmal nachgeholt habe. Dabei habe ich beschlossen, den „Hobbit“ und die „Herr der Ringe“-Trilogie gleich in einen Beitrag zusammenzufassen, immerhin gehören sie ja quasi zusammen und ich habe sie auch gleich hintereinander gelesen.

Dabei merkt man den beiden Werken die unterschiedliche Orientierung und Ausgangslage durchaus an. Denn während der „Hobbit“ sich noch eher wie eine Kindergeschichte ließt, wobei ich sie bei weitem nicht so harmlos finde, wie es gerne dargestellt wird, richtet sich „Der Herr der Ringe“ dann schon ganz eindeutig an ein älteres Publikum und würde sich wohl kaum als Gute-Nacht-Geschichte eignen. Auch weil sie sich, wenn ich ganz ehrlich bin, durchaus stellenweise ein wenig gezogen hat.

Wo der „Hobbit“ noch eher knackig daher kommt, dabei aber leider vieles weglässt, was einen als Leser eigentlich doch interessieren würde, mäandern Frodo und seine Gefährten dafür allzu oft durch die Lande. Gerade die letzte verfluchte Ebene, die zwischen Frodo, Sam und dem Schicksalsberg liegt, scheint von unendlichen Ausmaßen und man wird das Gefühl nicht los, dass man das Ziel vielleicht gar nie erreichen wird. Klar, man könnte jetzt natürlich argumentieren, dass der Leser so hervorragend in die Gemütsverfassung der Figuren versetzt wird, aber das ändert nun einmal nichts daran, dass die Erzählung hier so zäh voran geht, dass man oft bereits nach ein paar Seiten eigentlich keine Lust mehr hat weiterzulesen. Während man also beim „Hobbit“ von einem „zu wenig“ sprechen könnte, ist es beim „Herr der Ringe“ fast ein bisschen „zu viel“ des Guten.

Wirklich interessant fand ich allerdings den Vergleich zwischen den Büchern und den Filmen. Hier muss ich sagen, dass ich alle Filme (ja, auch die Hobbit-Trilogie) bereits mehrfach gesehen habe und eigentlich auch sehr mag, ich dann aber doch verwundert war, wie groß teilweise die Unterschiede sind. Und wie so oft, gibt es einige Änderungen, die mir wirklich gut gefallen haben, und andere, die ich ziemlich schade, beziehungsweise schwierig fand.
Eines kann man aber auf jeden Fall über alle Filme hinweg sagen: Peter Jackson hat ein wesentlich besseres Gespür für epische Szenen als Tolkien. Klar, ihr könnt jetzt natürlich die Mistgabeln hervorholen, aber ich stehe zu meiner Aussage. Allein der Tod Boromirs, die Schlacht um Helms Klamm, oder auch wie Gandalf entdeckt, dass Saruman die Seiten gewechselt hat, allesamt Szenen, die sich einem tief ins Gedächtnis brennen, und dabei die Vorlage durchaus in den Schatten stellen.
Auch einige Charaktere wurden dezent anders angelegt – manche zu ihrem besseren, andere zum schlechteren. Erfreulich ist, dass der eigentliche Held der Geschichte in den Büchern um einiges weniger weinerlich und unsympathisch rüberkommt als in den Filmen. Weniger erfreulich ist hingegen, dass Gandalf, der absolute Sympathieträger, wenn es nach den Filmen geht, im Buch noch geheimnisvoller und ziemlich selbstsüchtig dargestellt wird (gerade das finale Kapitel lässt einige gemeine Worte seines ehemaligen Freundes Saruman erschreckend wahr erscheinen).
Während ich also bei „Der Herr der Ringe“ Licht wie auch Schatten beim direkten Vergleich festgestellt habe, muss ich sagen, dass mir die Änderungen beim „Hobbit“ eigentlich durch die Bank weg wirklich gut gefallen. Klar, auch ich hätte die Liebesgeschichte zwischen Elbin und Zwerg nicht gebraucht, aber im Gegensatz zu vielen anderen, finde ich den Rest, den Jackson so dazu gedichtet hat, sehr spannend. Gerade die nähere Beleuchtung der Entdeckung und Bekämpfung Saurons finde ich sehr gelungen, ist dieser im Buch doch lediglich ein kurzer Absatz gewidmet.

Alles in allem bin ich wirklich froh, diese Klassiker der Fantasyliteratur endlich gelesen zu haben, denn auch, wenn hier und da eigentlich spannende Elemente zu schnell abgefertigt und andere dafür wieder zu sehr in die Länge gezogen werden, so ist es doch ein außergewöhnliches Werk, voll sprühender Phantasie und mitreißender Schicksale.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Originaltitel: The Hobbit, or There and Back Again
  • Autor: J.R.R. Tolkien
  • Übersetzer: Walter Scherf
  • Verlag: Deutscher Taschenbuchverlag
  • Seitenanzahl: 382
  • ISBN: 9783423071512

 

  • Originaltitel: The Lord of the Rings (The Fellowship of the Ring; The Two Towers; The Return of the King)
  • Autor: J.R.R. Tolkien
  • Übersetzerin: Margaret Carroux
  • Verlag: Klett-Cotta
  • Seitenanzahl: 491; 406; 360
  • ISBN: 9783608952124;  9783608952131; 9783608952148

3 Kommentare zu „„Bücher, die zu bewegten Bildern wurden“ – Challenge #11 („Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“-Trilogie)

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  1. Mich holen die Verfilmungen übrigens auch mehr ab als die Bücher. „Der Hobbit“ liebe ich aber sehr als Buch, nur bei „Der Herr der Ringe“ komme ich nie über den zweiten Band hinaus. Irgendwann versuche ich es aber noch einmal…

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