Jahresrückblick 2020 (Bücher)

Hallo zusammen,

nachdem ich letztens meinen allgemeinen Rückblick das vergangene Jahres hier veröffentlicht habe, ist diesmal mein Bücherrückblick dran. Was sonst immer eher viel Zeit in Anspruch genommen hat, stellte sich heuer als viel leichtere Aufgabe heraus, und das hat zwei Gründe: Erstens habe ich bei der lieben Rina von „Ich lese“ eine schön übersichtliche Möglichkeit gesehen, wie man so einen Rückblick gestalten könnte (diese werde ich, in leicht abgewandelter Form, übernehmen), und zweitens habe ich seit Anfang 2020 einen Account bei „goodreads“, der es mir nicht nur ermöglicht hat, meine gelesenen Bücher über das Jahr hinweg ganz einfach zu tracken, sondern mir außerdem noch ein paar hilfreiche Statistiken an die Hand gibt. Fangen wir also gleich mal mit ein paar dieser Eckdaten an…

  • Gelesene Bücher insgesamt: 37 
  • Gelesene Seiten insgesamt: 15262
  • Gelesene Comics/Mangas: 5
  • Gelesene Sachbücher: 2 
  • Durchschnittliche Wertung: 3.2 von 5 Sternen

Nachdem wir damit schon einen kleinen, allgemeinen Einblick in mein Lesejahr bekommen haben, geht es jetzt mit ein paar Kategorien weiter…

⇒ Das erste Buch: 

„Goodbye Columbus“ von Philip Roth
Dieses Buch hatte ich eigentlich schon im Jahr 2019 begonnen und am 3. Jänner 2020 dann beendet. In der von mir gelesenen Ausgabe sind neben dem titelgebenden Kurzroman auch noch 5 Kurzgeschichten enthalten gewesen. Nicht so gut wie zB „Der menschliche Makel“, aber für ein Debüt schon ganz ordentlich.

⇒ Das letzte Buch: 

„Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ von Jorge Bucay 
Eine schöne Sammlung von Geschichten und Märchen, die alle in das lose Gerüst einer übergeordneten Narrative eingebettet sind, und ein paar wirklich tiefgreifende Weisheiten für einen bereithalten, die einen zum Nachdenken anregen.

⇒ Das dünnste Buch (112 Seiten): 

„Der Böse steht noch einmal auf…“ von Christian Georg Salis
Alles in allem eine recht kurzweilige Lektüre, in welcher der Autor ein paar der gängigsten Hollywood-Klischees versammelt hat. Ich hätte mir allerdings noch ein wenig mehr Kontext gewünscht, da es so eben wirklich nur eine kleine, erheiternde Aufzählung ist.

⇒ Das dickste Buch (1021 Seiten): 

„Harry Potter und der Orden des Phönix“ von J.K. Rowling 
Das dickste Buch der „Harry Potter“-Reihe ist tatsächlich auch das mit den meisten „Hängern“. Wieso ausgerechnet hier so viele Wert auf ausufernde, teils regelrecht mäandernde Erzählweise gelegt wurde, das letzte Buch dagegen stellenweise beinahe gehetzt wird, bleibt mir ein Rätsel. Naja, trotzdem ist die Geschichte alles in allem noch spannend genug, um einen bei der Stange zu halten.

⇒ Das aktuellste Buch (2020): 

„Omama“ von Lisa Eckhart 
Der Debütroman von Kabarettistin Lisa Eckhart strotzt zwar nur so vor schwarzem Humor und scharfzüngigen Beobachtungen, lässt allerdings von einem erzählerischen Standpunkt aus gesehen noch ein wenig Luft nach oben.

⇒ Das älteste Buch (1934): 

„Mord im Orient-Express“ von Agatha Christie
Nachdem ich bereits einige Verfilmungen ihrer Bücher kannte, wollte ich endlich auch mal ein Werk der Grande Dame der Krimiliteratur lesen – und was soll ich sagen. Ein herrlich subtiler, feinsinniger Humor, einer der markantesten Detektive aller Zeiten und eine Geschichte, sorgfältig gewoben wie ein Spinnennetz – ein wahrer Lese-Genuss.

⇒ Beendete Buchserien: 

„Harry Potter“ von J.K. Rowling 
Nachdem ich die Reihe im Zuge meiner Lese-Challenge 2018 begonnen hatte, habe ich heuer die letzte 3 Teile geschafft. Fazit: Man kann nach der Lektüre wirklich nachvollziehen, wieso diese Reihe damals so durch die Decke ging, wenn man sie allerdings das erste Mal als Erwachsene liest, kann sie einen dann doch nicht so in ihren Bann ziehen.

„Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien
Nachdem ich die Filme geliebt habe, habe ich heuer endlich mal diese literarische Lücke geschlossen und mir die Bücher zu Gemüte geführt. Und auch wenn die erschaffene Welt, ebenso wie die erdachte Geschichte, wirklich hervorragend sind, muss ich doch sagen, dass Tolkien für mich nicht zu den besten Geschichtenerzählern gehört.

⇒ Die größte Überraschung:

„Eine Kindheit“ von Susanna Tamaro
Ein kleines, dünnes Büchlein, dass ich nur durch Zufall einmal mitgenommen hatte, weil es neben der Kassa meiner Stammbuchhandlung auflag, das es aber so in sich hatte, samt richtig fiesem Twist am Ende, dass ich auf jeden Fall noch mehr von der Autorin lesen möchte.

⇒ Die größte Enttäuschung: 

„Die dunkelgraue Pelerine“ von Anne Perry
Klar, es ist vielleicht nicht förderlich bei einer Krimi-Reihe mit dem x-ten Buch einzusteigen, aber ich dachte mir, wenn das bei Mankell mit seinem Wallander oder Leon mit ihrem Brunetti kein Problem darstellt, dann sollte es hier wohl auch keine Rolle spielen. Und tatsächlich tut es das auch nicht, das Problem ist nämlich nicht, dass man hier die Zusammenhänge nicht verstehen würde, sondern das Problem ist, dass absolut keine Spannung aufkommen will und nichts aus der eigentlich interessanten Thematik gemacht wird.

⇒ Absolutes Jahreshighlight: 

„Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky
Es kommt nur sehr selten vor, dass einen ein Buch gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen bringt, einen so richtig packt und durchschüttelt, aber Mariana Leky ist dies mit ihrem Werk gelungen. Und so kann ich es kaum erwarten, ein weiteres Buch von ihr in die Finger zu bekommen.

⇒ Bestes Sachbuch: 

Hier muss ich leider passen, da ich beide Sachbücher nicht wirklich überragend fand.

⇒ Bester Comic/Manga: 

„Vagabond“ von Takehiko Inoue
Auch Band 4 und 5 dieser epischen Geschichte rund um Samurai-Legende Musashi konnten mich wieder voll und ganz überzeugen. Der Zeichenstil ist einfach einmalig und die Handlung bleibt auch stets spannend.

⇒ Schlachtester Comic/Manga: 

„Magical Girl of the End“ von Kentaro Sato
Vielleicht wird die Geschichte ja mit Fortschreiten der Handlung noch spannender, aber dafür, dass sich die Prämisse eigentlich so interessant angehört hat, ist der erste Band erstaunlich nichtssagend, da er außer einer Menge Gore und Splatter kaum etwas zu bieten hat.

⇒ Ein Buch, das ich unbedingt haben musste, aber noch nicht gelesen habe: 

Tatsächlich habe ich mich heuer mit dem Kauf neuer Bücher extrem zurückgehalten weil ich zur Zeit daran „arbeite“ meinen SuB endlich mal etwas schrumpfen zu lassen. Und von den angeschafften Büchern, habe ich sogar schon eine Handvoll gelesen. Am ehesten passt in diese Kategorie aber wahrscheinlich das Buch „Die Wissenschaft schlägt zurück“ von Andreas Müller, in dem Hollywoodfilme unter die Lupe genommen werden.

⇒ Eine SuB (= Stapel ungelesener Bücher) – Leiche, die ich endlich gelesen habe: 

„Blasmusikpop“ von Vea Kaiser
Dieses Buch befand sich wirklich schon ein paar Jahre in meinem SuB. Ich hatte es zu meinem Geburtstag geschenkt bekommen und mich dann aber doch immer wieder für ein anderes Werk als nächste Lektüre entschieden. Heuer war es also endlich soweit und obwohl ich die Geschichte ganz unterhaltsam fand, wird das vorhandene Potenzial hier meiner Meinung nach nicht ganz ausgeschöpft. Aber für ein Debüt auf jeden Fall äußerst beachtlich.

⇒ Bücher von meiner Lese-Challenge

Im Jahr 2018 habe ich mit meiner „Bücher, die zu bewegten Bildern wurden“-Challenge angefangen, und heuer habe ich es endlich geschafft, wirklich viele der dort angeführten Bücher auch tatsächlich zu lesen:

    • „Der Circle“ von Dave Eggers 
    • „Ready Player One“ von Ernest Cline 
    • Einige Bänder der „Harry Potter“-Reihe von J.K. Rowling 
    • „Der kleine Hobbit“ von J.R.R. Tolkien 
    • „Der Herr der Ringe“-Trilogie von J.R.R. Tolkien 
    • „Mord im Orient-Express“ von Agatha Christie

⇒ Interessante, neu entdeckte Autoren/Autorinnen: 

Nachdem ich Mariana Leky bereits erwähnt habe, möchte ich die Gelegenheit nutzen und hier noch auf die Koreanerin Hye-Young Pyun aufmerksam machen. Ihr Werk „Der Riss“ ist eine kurze, an die Nieren gehende Geschichte, die im Bereich Thriller angesiedelt ist, Ähnlichkeiten zu Kings „Misery“ aufweist, aber trotzdem eine ganz eigene Sprache besitzt und unglaublich eindringlich ist.

⇒ Stärkster Lesemonat: 

Wenn man von den Büchern ausgeht, dann war mein stärkster Monat eindeutig der Dezember mit 8 gelesenen Werken.
Wenn man allerdings von der Seitenanzahl ausgeht, war es tatsächlich der April mit 3296 Seiten.

⇒ Schwächster Lesemonat: 

Bei den Büchern stellen Jänner und Juni eindeutig die Schlusslichter dar mit gerade einmal einem gelesenen Buch.
Wenig überraschend ist der Jänner auch der schwächste Monat, was die Seitenanzahl betrifft, mit gerade einmal 368 Seiten.

 

Nachdem sich unter all diesen Kategorien aber noch nicht alle Bücher finden, die ich 2020 gelesen habe, hier noch eine vollständige Liste in der Reihenfolge, in der sie von mir gelesen wurden (sollte es zu dem Buch bereits eine Rezension auf meinem Blog geben, habe ich diese mit dem jeweiligen Titel verlinkt):


Und damit sind wir auch schon am Ende meines Bücherrückblicks 2020. Allgemein bin ich ganz zufrieden mit meinem Lesejahr 2020. Die Nieten waren zum Glück rar gesät und ich konnte ein paar wirklich tolle neue Entdeckungen machen – so darf es 2021 ruhig weitergehen.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

4 Kommentare zu „Jahresrückblick 2020 (Bücher)

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