„The Program“ – Aufgabe #37: Schaue einen Film über einen Einzelsportler

Hallo zusammen,

heute ist mal wieder eine Etappe meiner Filmreise-Challenge fällig. Langsam aber sicher hole ich die liegengebliebenen Rezensionen zu dieser Aktion nach und nähere mich Schritt für Schritt der Ziellinie.

Dabei habe ich heute ein Biopic für euch im Gepäck, über einen der ganz Großen des Radsports, der wie kaum ein anderer Athlet schmerzlich feststellen musste, wie tief der Fall von der Spitze aus sein kann. Die Rede ist natürlich von Lance Armstrong, dem immerhin das Kunststück gelungen ist, über die Grenzen seines Sportes hinaus Bekanntheit zu erlangen (und ich muss das wissen, immerhin interessiere ich mich eigentlich kein bisschen für den Radsport und konnte trotzdem etwas mit dem Namen anfangen). Dies gelang ihm einerseits durch seine beachtlichen Erfolge, aber wohl noch mehr durch die Tatsache, dass ihm die meisten seiner Titel im Nachhinein wieder aberkannt wurden. Ziemlich bitter, umso mehr, wenn man dem Film Glauben schenken darf, denn hier wird dem Zuschauer eines ganz schnell deutlich: An der Misere hatte der werte Herr schon selber Schuld. Man merke sich also: Doping ist eigentlich nie eine gute Idee – egal, ob es aber auch alle anderen machen.

Man merkt schon, die Geschichte, die man hier erzählen kann, ist eine turbulente, eine gehaltvolle – und dabei habe ich Armstrongs Krebserkrankung noch gar nicht erwähnt. Diese Tatsache wird dem Film dann auch tatsächlich ein bisschen zum Verhängnis, denn auch wenn sich die Handlung auf die wichtigsten Ereignisse fokussiert, wirkt das Ganze dennoch viel zu oft überstürzt und gehetzt. Ein so ereignisreiches Leben in nicht einmal zwei Stunden packen zu wollen, ist nun einmal einfach eine Aufgabe, die nur den wenigsten Filmemachern zufriedenstellend gelingen würde. Stephen Frears ist dabei zwar bei Weitem kein Newcomer mehr, doch gerade deswegen verwundert es einen umso mehr, wieso er sich mit gerade einmal 103 Minuten Laufzeit begnügt hat, um Aufstieg und Fall dieser Sportlegende zu erzählen. Während die kurze Laufzeit also zu Lasten der Narrative geht, gibt es einen Punkt, der sich als wahrer Glücksgriff herausstellt: Ben Foster. Seine Darstellung von Armstrong versprüht so viel Kraft, Willens- und Ausdrucksstärke, dass sie einen von der ersten Minute weg in ihren Bann zieht. Diese engagierte Performance sorgt dann auch dafür, dass man über die bereits erwähnten kleineren Stolpersteine im Drehbuch ein wenig leichter hinwegsehen kann.

So bleibt am Ende ein Film, der inszenatorisch solide, schauspielerische hervorragend und erzählerisch zu kurz geraten ist.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Originaltitel: The Program
  • Erscheinungsjahr: 2015
  • Laufzeit: 103 Minuten
  • Regie: Stephen Frears
  • Darsteller: Ben Foster, Chris O’Dowd, Jesse Plemons

9 Kommentare zu „„The Program“ – Aufgabe #37: Schaue einen Film über einen Einzelsportler

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    1. Stimmt, ist mir dann auch aufgefallen…aber nachdem der Film das halt wirklich nicht gut hervorhebt und man eben trotzdem nicht hört „Team XY hat die Tour de France“ gewonnen, sondern „Lance Armstrong hat zum x-ten Mal die Tour gewonnen“, dachte ich mir, ich lass es trotzdem mal gelten 😉

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      1. Nachdem ich da sowieso nicht der größte Fan bin, fiel das für mich nicht wirklich ins Gewicht, aber ich kann mir schon gut vorstellen, dass das für einen Enthusiasten wie dich, dann schon etwas bitter ist…

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    1. Tja, wenn die Aufgabenstellung nun einmal so lautet…ich denke damit sollte die Abgrenzung zum Teamsport gelingen 😉. Und ja, Rocky wäre ein sehr gutes Beispiel für so einen Film 😉

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      1. Der stand aber nicht bereits griffbereit in meinem Regal und straffte mich mit traurigen Blicken weil es schon so lange ein ungesehenes Dasein fristen muss 😉

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