Rezensionsleichen in meinem Keller – Februar 2021

Hallo zusammen,

ein sehr arbeitsreicher Februar ist nun auch schon wieder seit ein paar Tagen Geschichte und deswegen ist es natürlich so langsam an der Zeit einen Blick zurückzuwerfen auf all die Filme, die ich im vergangenen Monat so gesehen habe. Und weil sich mal wieder einige Filme angesammelt habe, fangen wir am besten gleich mal an…

⇒ Fast & Furious Five (Rewatch) 

Prädikat: Eine geglückte Neuorientierung der Reihe 

Mehr Heist-Movie denn Viertel-Meile-Rennen, mehr Teamwork denn One-Man-Show und oben drauf noch Charmebolzen Dwayne Johnson…für mich nach wie vor der beste Teil der Reihe.

⇒ Good Kill (Erstsichtung)

Prädikat: Dichte Atmosphäre aber leider ohne Pay-Off

Irgendwo in dieser Prämisse würde sich ein wirklich hervorragender Film verstecken. Ein Film, mit einer wichtigen Massage, engagierten Darstellern, eine ganz andere Art von Kriegsfilm, der einem kaum etwas vom Kampfgeschehen zeigt und einen trotzdem emotional mitnimmt. Wie gesagt, all das läge hier in den Tiefen verborgen, leider wird es von repetitiven Handlungselementen, einem viel zu unnahbaren Protagonisten und einer eigenwilligen Fokussierung auf Nebensächlichkeiten verschüttet. So bleibt am Ende ein brisantes, aufwühlendes Thema in einer mauen Verpackung.

⇒ Eric Clapton’s Crossroads Guitar Festival 2019 (Erstsichtung)

Prädikat: Ein Konzertfilm muss zwischendurch auch mal sein 

Heute war mal Disc 1 von 2 dieser Festival-DVD an der Reihe. Kurze, rar gesäte Interviewschnipsel des Mitveranstalters, ebenso wie flüchtige Blicke hinter die Bühne und ein paar Anmoderationen von Bill Murray sorgen zwischendurch für ein wenig Abwechslung, während einen die unterschiedlichen Auftritte dann so richtig zum Mitwippen anregen. Auf jeden Fall ein Muss für Fans von Bluesrock(-Konzerten).

⇒ Bliss (Erstsichtung)

Prädikat: Interessanter Ansatz, maue Umsetzung

Nach einem vielversprechenden Trailer, hatte ich einige Hoffnungen in dieses Amazon Original gesetzt, die der Film dann leider nicht erfüllen konnte. Zwar ist das Ganze nicht wirklich schlecht, gerade der Anfang weiß noch ganz gut zu gefallen, und auch inszenatorisch hat sich hier jemand eindeutig Mühe gegeben, das alles täuscht aber nicht darüber hinweg, dass man das Gefühl nicht los wird, dass die Geschichte nicht wirklich gut durchdacht wurde, an manchen Stellen sogar ziemlich ungelenk und unlogisch wirkt, und hier einfach auch das Potenzial nicht voll ausgeschöpft wurde.

⇒ Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (Rewatch)

Prädikat: Ganz zu Recht ein Klassiker 

Irgendwo zwischen bitterböser schwarzer Komödie und scharfzüngiger Politsatire, wo einem das Lachen öfter mal im Halse stecken bleibt, dort findet sich Kubricks Kultfilm „Dr. Seltsam“ wieder. Ein Film, den ich mir einfach immer wieder anschauen kann.

⇒ Appaloosa (Erstsichtung) 

Prädikat: Ganz passabler Western…kann man sich ruhig mal anschauen

Auch wenn der Film nicht viel bietet, was man nicht auch schon von anderen Genrevertretern kennt, ist das, was man hier zu sehen bekommt solide inszeniert, stimmig musikalisch unterlegt, gut gespielt und schön ausgestattet. Wer also mal wieder Lust auf einen klassischen Western hat, könnte es wahrlich schlechter treffen.

⇒ Lucy (Rewatch)

Prädikat: Hirnloser Actionhappen für Zwischendurch

Nach wie vor ist das Ende nicht so mein Fall und auch die Prämisse muss man halt erst einmal schlucken, dafür ist das Ganze temporeich inszeniert und die Action geht auch klar. Nichts Besonderes also, aber dennoch ausreichend unterhaltsam.

⇒ Neues aus der Welt (Erstsichtung) 

Prädikat: Schade, dass man den nicht im Kino sehen kann

Eine Geschichte, die Genretypisches mit ein paar neuen Elementen kombiniert, zwei tolle Protagonisten und eine starke Inszenierung – hier hat sich Netflix ganz klar eine kleine Perle des modernen Westerngenres eingekauft.

⇒ Legion (Erstsichtung) 

Prädikat: Ich hatte mir die Apokalypse irgendwie epischer vorgestellt

Kurzzeitig hatte ich die Hoffnung, dass sich der Film in seiner zweiten Hälfte tatsächlich nicht ganz so ernst nehmen könnte und ein paar schöne „Evil Dead“-Vibes aufkommen könnten. Leider sind diese Szenen aber viel zu rar gesät, während auf der anderen Seite die ernsteren Stellen zu schwach ausgestaltet sind, da die gesamte Situation irgendwie nie so richtig bedrohlich wirkt.

⇒ Killers Anonymous (Erstsichtung) 

Prädikat: Paradebeispiel für: Ein Satz mit X…

Gerade ab der zweiten Hälfte dieses Film konnte ich nicht umhin, mich immer wieder zu fragen, was für ein geiler Film das hätte werden können, wenn zum Beispiel jemand wie Tarantino oder Ritchie hier die Zügel in der Hand gehabt hätte. Denn stylisch ist das Geschehen allemal inszeniert, nur leider zu chaotisch und der große Reveal am Ende fühlt sich einfach nur billig und schlecht durchdacht an.

⇒ Event Horizon (Rewatch) 

Prädikat: Wollen wir wirklich den hintersten Winkel des Alls erforschen?!

Nach wie vor kriegt mich dieser Film irgendwie bei jeder Sichtung immer wieder aufs Neue. Auch wenn viele der Ideen bereits bekannt sind, der Anfang etwas eigen anmutet, ein paar der Effekte nicht so gut gealtert sind und alles in allem sicher noch mehr drinnen gewesen wäre, kriege ich trotzdem auch Tage später noch Sam Neills entstelltes Gesicht einfach nicht aus dem Kopf. Nichts Weltbewegendes, aber dennoch unterhaltsam.

⇒ Easy Rider (Erstsichtung) 

Prädikat: Konnte mich leider nicht so ganz überzeugen

Manchmal ist es so eine Sache mit den Kultfilmen: Die einen wissen einen richtig zu packen, die anderen hinterlassen eher Fragezeichen. Wobei ich durchaus verstehe, wieso der Film damals so eingeschlagen hat, immerhin trifft hier ambivalentes, vielschichtiges Kino auf eine sich im Wandel befindliche Gesellschaft. Trotzdem wollte mich das Ganze einfach nicht so richtig emotional mitreißen. Zwar bin ich durchaus froh, diesen Klassiker des Road-Movies gesehen zu haben, aber eine zweite Sichtung wird wohl sehr lange auf sich warten lassen (wenn es denn überhaupt jemals dazu kommen sollte).

⇒ Apocalypto (Erstsichtung) 

Prädikat: Brachial, mitreißend und ein klein bisschen vorhersehbar

Klar, wer hier ein historisch akkurates Werk erwartet, der wird sicherlich enttäuscht werden. Wer sich allerdings damit anfreunden kann, dass man sich für einen ziemlich brachialen Action-/Survival-Film halt mal eines ungewöhnlichen Settings bedient hat, der könnte hier durchaus auf seine Kosten kommen. Gut, die Action ist zwar nicht so beeindruckend wie erwartet, dafür sorgen ein wahnsinnig gutes Pacing, tolle Schauspieler und ein paar nette Kameraeinstellungen dafür, dass einem auf jeden Fall zu keiner Sekunde langweilig wird.

⇒ Once upon a Time in Venice (Erstsichtung) 

Prädikat: Solide Unterhaltung 

Die Geschichte ist ganz amüsant, hält ein paar nette Kniffe bereit und beschert einem einen durchaus unterhaltsamen Abend. Wenn Willis noch ein wenig mehr bei der Sache gewesen wäre, dann hätte es wohl noch einen halben Punkt mehr gegeben, aber auch so bleibt es bei solider Unterhaltung ohne viel Tiefgang.

⇒ In 105 Minuten bist du tot (Erstsichtung) 

Prädikat: Das Ende ist top, der Rest leider eher so lala

Trotz der bereits überschaubaren Laufzeit von gerade einmal 90 Minuten muss man doch sagen, dass der Film sich ein wenig zu lange geraten anfühlt. Das kommt wahrscheinlich auch daher, dass der Film mit zahlreichen, endlos erscheinenden Rückblenden einiges an Tempo einbüßt und sich so oftmals selbst den Wind aus den Segeln nimmt. Allerdings muss man auch sagen, dass einen das gut durchdachte Ende, wenn all die Fäden endlich zusammenlaufen, für die paar Hänger zwischendurch gut zu entschädigen weiß.

⇒ Tombstone (Erstsichtung)

Prädikat: Toller moderner Western mit ungewöhnlichem Aufbau 

So, nachdem ich inzwischen schon „Zwei rechnen ab“ und nun auch „Tombstone“ gesehen habe, wird es dann auch mal Zeit mit „Wyatt Earp“ die Saga rund um den berühmten Gesetzeshüter abzuschließen. „Tombstone“ ist auf jeden Fall ein hervorragend inszenierter, gut gespielter und mitreißender Western, der einem einen bereits desillusionierten Wyatt präsentiert, der noch ein letztes Mal so richtig aufräumt, bevor er sich dann endgültig zur Ruhe setzt.

⇒ Die Fliege (Erstsichtung) 

Prädikat: Kein Film für Leute mit einem schwachen Magen

Endlich konnte auch ich einmal diesen Klassiker des Body-Horror-Genres begutachten und was soll ich sagen, mich hat es einige Male wirklich ordentlich geekelt. Auch die Schauspieler waren top, nur das Drehbuch (und hier vor allem manche Dialoge) konnte mich leider nicht so hundertprozentig überzeugen. Nichtsdestotrotz auf jeden Fall ein toller Film, den man sich allerdings am besten mit leerem Magen anschauen sollte.

⇒ Code Ava (Erstsichtung) 

Prädikat: Erwartungen nicht erfüllt 

Ein Satz mit X…ach, ihr wisst schon, was ich meine. Wobei, wenn man fair bleiben möchte, dann ist das hier eher durchschnittliche Auftragskiller-/Actionstangenware. Daher rührt die Enttäuschung auch weniger vom Drehbuch oder der Inszenierung her, die ist, wie bereits erwähnt, durchwachsenes Mittelmaß, als viel mehr von den involvierten Namen. Denn wenn einem Namen wie Chastain, Malkovich und Farrell um die Ohren gehauen werden, dann bauen sich nun einmal gewisse Erwartungen auf, die der Film aber leider einfach nicht zu erfüllen vermag.

⇒ Ninja Assassin (Rewatch) 

Prädikat: Auch Junkfood muss ab und an mal sein

Heute aus der Rubrik „Filme, von denen ich weiß, dass sie eigentlich nicht besonders gut sind, die ich aber trotzdem immer wieder gerne schaue“ (oder wie die Amerikaner es gerne ausdrücken: eines meiner Guilty Pleasures). Ja, die Handlung passt auf ein Reiskorn, die Effekte schauen miserabel aus und der Hauptdarsteller nimmt den Film eindeutig ernster als der Rest der Crew, trotzdem kann ich nicht anders als zuzugeben, dass ich immer wieder meinen Spaß mit dem Film habe. Es ist so ähnlich wie mit Junkfood: Ich weiß, dass es nicht besonders gut schmeckt und schon gar nicht nahrhaft ist, aber ab und an kauf ich mir halt trotzdem bei den üblichen Verdächtigen mal so einen Burger und beiße begeistert rein.


Top des Monats: Neues aus der Welt 

Auch wenn mir „Tombstone“ ebenfalls sehr gut gefallen hatte, hat „Neues aus der Welt“ doch noch ein wenig die Nase vorne. Das liegt einerseits an zwei tollen Hauptdarstellern und einer wirklich interessanten Prämisse, andererseits aber auch an den beeindruckenden Landschaftsaufnahmen, die mich einmal die Kinos mit ihren riesigen Leinwänden und fetten Soundsystemen schmerzlich vermissen ließen.

Flop des Monats: Killers Anonymous 

Hier habe ich mich mal für diesen Film entschieden, da ich mir aufgrund der involvierten Namen und der wirklich kreativen Grundidee wirklich einiges von dem Streifen erwartet hatte und dann richtig enttäuscht war, wie wirr und unausgegoren das finale Ergebnis dann letztendlich war.


Und das war es auch schon von meiner Seite aus. Habt ihr vielleicht einen der oben genannten Filme gesehen? Wenn ja, wie ist eure Meinung dazu. Lasst es mich doch in den Kommentaren wissen.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

Ein Kommentar zu „Rezensionsleichen in meinem Keller – Februar 2021

Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Erstelle kostenlos eine Website oder ein Blog auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: