12 für 2021 – „Metro 2035“ (Buchrezension)

Hallo zusammen,

auch wenn es hier schon länger keine Buchrezension zu lesen gab, bin ich doch schon fleißig dabei, mich meiner „12 für 2021“-Challenge zu widmen. Gleich zu Beginn habe ich mich dabei an den dicken Schmöker meiner Auswahl gewagt, immerhin bestünde hier sonst die Möglichkeit, dass ich ihn so lange verschleppe, bis mir die Zeit durch die Finger rinnt. Das wollte ich nicht riskieren, weshalb ich mich gleich einmal über den 765 Seiten starken Endzeitroman „Metro 2035“ hergemacht habe.

Wie manche von euch vielleicht wissen, ist dies bereits das dritte Buch der Metro-Saga von Autor Dmitry Glukhovsky, die sich einer solchen Beliebtheit erfreut, dass es inzwischen auch schon etliche weitere Autoren gibt, die Bücher verfasst haben, die in seinem Universum angesiedelt sind. Es gibt sogar Videospiele, die in der dystopischen Welt aus der Feder des Russen spielen. Ich persönlich habe bisher lediglich die beiden direkten Vorgänger „Metro 2033“ und „Metro 2034“ gelesen – und dabei wird es wohl auch bleiben. Mit dieser verhält es sich nämlich zirka so, wie mit der aktuellen Bond-Reihe: auf jeden Teil der mit gefällt, folgt eine Niete (wobei dieses Wort in Bezug auf die Metro-Reihe vielleicht etwas hart gewählt ist) – oder in diesem Fall eigentlich umgekehrt. Denn während ich „Metro 2033“ noch ziemlich mau fand, konnte mich 2034 dann voll in seinen Bann ziehen und 2035 dürfte nun allerdings den Sargnagel für mich darstellen.

Und das hat tatsächlich einen ganz einfach Grund, der auf den Namen „Artjom“ hört. So heißt jener Charakter, der in 2033 und 2035 den Protagonisten gibt, und tatsächlich sehe ich in ihm die größte Schwäche der beiden Romane. Denn, obwohl er so viel erlebt, so viel mitmacht und so viel über die Welt lernt, scheint er sich einfach nicht weiterzuentwickeln. Ist er im ersten Teil noch verständlicherweise ein unerfahrener, tollpatschiger Junge, der eher durch Glück denn durch Verstand seine Abenteuer überlebt, so ist er einige Jahre später zwar äußerlich zum Mann herangewachsen, seine Erfahrungen haben aber anscheinend ansonsten keinerlei Spuren hinterlassen. Nach wie vor möchte er am liebsten immer mit dem Kopf durch die Wand, ist er schon beinahe manisch auf eine einziges Ziel fixiert, sabotiert sich auf dem Weg dorthin aber so oft selbst, dass man irgendwann einfach nicht mehr glauben kann, wie viel Glück dieser unfähige Bimpf da eigentlich die ganze Zeit hat. Gerade in einer postapokalyptischen Welt, in der vermeintlich nahezu die gesamte Menschheit durch einen Atomkrieg ausgerottet wurde und sich die letzten Überlebenden in die Moskauer Metro retten mussten, verlangt es dem Leser alles an good will ab, was er aufbringen kann, um die glücklichen Fügungen hier einfach so zu schlucken.

So scheitert für mich eine eigentlich sehr spannende Idee an einem äußerst nervigen und ziemlich unspannenden Hauptcharakter, der sich im Laufe der Geschichte so gut wie gar nicht entwickelt und eigentlich nur durch pures Glück ein Abenteuer nach dem anderen überlebt.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Originaltitel: METΡO 2035
  • Autor: Dmitry Glukhovsky
  • Übersetzer: David Drevs
  • Verlag: Wilhelm Heyne Verlag
  • ISBN: 978-3-453-31555-6

4 Kommentare zu „12 für 2021 – „Metro 2035“ (Buchrezension)

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  1. Oha… ich glaube, die Reihe schlummert auch noch irgendwo auf meinem Kindle. Bin da bislang nur nie zu gekommen. Klingt jetzt auch nicht so, als müsste ich mich damit beeilen, oder? 😁

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    1. Naja, es gibt viele, die die Reihe lieben…ich zähle halt leider nicht dazu 😅. Wobei ich die Ausgangslage eigentlich echt spannend finde aber leider liegt mir halt der Protagonist einfach nicht und dann ist es halt schwierig. Vielleicht einfach mal reinlesen…sollt es dir so gehen wie mir, merkst du es eh ziemlich schnell 😉.

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