„Mein letzter Kampf“ – Aufgabe #35: Schaue einen Kampfsportfilm

Hallo zusammen,

endlich scheint sich das Wetter mal halbwegs zu beruhigen und so etwas ähnliches wie Frühling hielt in den letzten Tagen bei uns Einzug, mit ein Grund – wenn auch nicht der einzige – weshalb es hier in letzter Zeit schon wieder so verdammt ruhig wurde. Aber heute hab ich mich dann doch mal wieder vor meinen Laptop gesetzt, um euch von einem Film zu berichten, von dem ich im Nachhinein noch immer nicht glauben kann, dass er tatsächlich in dieser Form existiert. Doch was war geschehen.

Schon vor etlichen Jahren leisteten mein Mann und ich uns eine Bruce Lee Collection, um die kleinen Martial-Arts-Fans in uns zu besänftigen. Wie das aber nun einmal so ist, bald mal hatte man die bekannteren Titel der Box geschaut, dann kamen andere Filme dazwischen, der SuF (= Stapel ungesehener Filme) wurde immer größer und größer und so blieb die Box einige Jahre unbeachtet. Schließlich pusteten wir vor Kurzem mal wieder die dicke Staubschicht von besagter Box und legten „Mein letzter Kampf“ in den Player – welch passender Titel, handelt es sich dabei doch um den letzten Film von Lee (oder so verspricht es zumindest die Verpackung).

Dieses Versprechen entpuppt sich bei näherer Betrachtung allerdings schnell mal als heftige Mogelpackung. Zunächst wollte ich meinen Augen nicht trauen, hatte man da etwa wirklich einfach Szenen aus anderen Filmen raus und in diesen hineingeschnitten, hatte man einfach so einen Mann gecastet, der Lee mit Sonnenbrille und aus dem richtigen Winkel gefilmt zumindest soweit ähnelt, dass man die Lücken zwischen den zusammengeklauten Filmschnipseln irgendwie überbrücken konnte?!? Nach dem Abspann musste erst einmal eine Google-Suche gestartet werden, um herauszufinden, was es mit diesem frankensteinschen Monster von Film auf sich hatte. Und tatsächlich: Meine Sinne hatten mich nicht getäuscht. Lee hatte mit dem Projekt nämlich begonnen, es dann auf Eis gelegt und konnte es schließlich aufgrund seines überraschenden und viel zu frühen Todes nicht mehr fertig stellen.

Im Klartext: Es gab kaum Filmmaterial mit ihm für diesen Film. Und während ein Studio heutzutage in solch einer Situation vielleicht an CGI denken, dann eine riesigen Shitstorm kassieren und das Projekt schließlich einstampfen würde, war man in den späten 70er Jahren da offensichtlich noch härter drauf. Da castete man einfach zwei Typen, die dem Star halbwegs ähnlich schauten, setzte ihnen Brillen auf, filmte sie vorwiegend von hinten oder der Seite und fügte hier und da Filmmaterial mit dem Verstorbenen ein, das mal mehr, mal weniger gut in die Geschichte passen wollte. Anschlussfehler ist hier, wie man sich vielleicht schon denken kann, das Wort der Stunde. Und ich rede hier nicht davon, dass die Zeiger einer Uhr mal wie wild durch die Gegend springen, ich rede hier von Szenenübergängen, die keinen Sinn ergeben, von Kostümen, die nicht zusammenpassen wollen, von Dialogen, die aus einem anderen Film scheinen (weil sie das eben auch wirklich sind).

Ich weiß, Lee ist eine Legende, die leider viel zu früh verstorben ist und so eine leider äußerst überschaubare Auswahl an Filmen hinterlassen hat, aber ganz ehrlich, bevor ich mir dann so einen Fleckerlteppich von Film antue, schaue ich lieber zum x-ten Mal Genre-Klassiker wie „Der Mann mit der Todeskralle“.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Originaltitel: Game of Death; 死亡遊戲
  • Erscheinungsjahr: 1978
  • Laufzeit: 96 Minuten
  • Regie: Robert Clouse
  • Darsteller: Bruce Lee, Kim Tai-chung, Yuen Biao, Gig Young, Colleen Camp

3 Kommentare zu „„Mein letzter Kampf“ – Aufgabe #35: Schaue einen Kampfsportfilm

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