Gastbeitrag von Damian: The Dark Rock

Hallo zusammen,

heute beglückt euch der gute Damian mal wieder mit einem besonderen Schmankerl aus seinem Kuriositätenkabinett, immerhin hat er mit „The Dark Rock“ diesmal einen bayrischen No-Budget-Zombiestreifen für euch ausgegraben. Aber lest selbst…


Das hoch verschuldete bayrische Ehepaar Gruner fürchtet um Haus und Hof. Zwei Ehepaare erfahren von deren Notlage und wittern ein günstiges Geschäft. Sie geben sich als Touristen aus und quartieren sich in den Fremdenzimmern der Gruners ein.

„Des is ned guad. Des is goa ned guad.“ Die nüchterne Cashflow-Analyse des windigen Beraters der Gruners bringt den Stein ins Rollen. Robert ist pleite, aber er will sein Grundstück partout nicht verkaufen. Deshalb will er es mit einer Fischzucht versuchen. Ein Gewässer hat er, aber für die Umbaumaßnahmen bräuchte er eine Genehmigung. Mit einem Ökospezialisten steht er am Ufer und lässt sich fachmännisch beraten. Der Naturbursche macht ihn auf ein schwer zu ignorierendes Hindernis aufmerksam: „Schau da her. Was isch des für ‘ne Tafel? Landschaftsschutzgebiet!“ Robert ist enttäuscht und geht nach Hause. Seine Frau Barbara überrascht ihn mit einer freudigen Botschaft: „Du wirst Vater!“ Robert schüttelt den Kopf: „Aha. Des is super. Toll. Freut mich. Aber irgendwie passt das momentan nicht zu der ganzen Sache rein.“ Seine verständnisvolle Frau sieht das ein und so geht man wieder zum Geschäftlichen über.

Am nächsten Tag greift Robert zum Spaten und buddelt im benachbarten Moor. Er stößt zufällig auf antike Relikte, die er in seinem Schuppen zwischenlagert. Herr Schuster, einer jener auf sein Grundstück schielenden Gäste, findet das Versteck, doch Robert ist auf Zack. Mit einer Schaufel schlägt er dem Aasgeier kurzerhand den Schädel ein. Zuerst ein bisschen sauer ob des ungeplanten Zwischenfalls, fängt sich Roberts Frau schnell wieder. Sie wickeln den Mann in Plastikfolie und gehen ins Haus zurück. Sie sagt: „Ich mach‘ mir jetzt einen Tee, und nachher bringen wir ihn ins Moor.“ Daraus wird aber nichts, denn Herr Schuster ist mittlerweile zum Zombie geworden und einfach weggelaufen. Zuvor hat er einen verirrten Betrunkenen gekillt. Die ebenfalls zombiefizierte Schnapsdrossel läuft den Gruners genau in die Arme. Wie praktisch, denn so brauchen die Eheleute lediglich eine weitere Kunststoffplane und ins Moor wollten sie ja eh. Frau Gruner macht der Stress dennoch zu schaffen: „Ich hab den nervösen Magen meiner Mutter.“ Zurück in der Wohnung, haut sie Herrn Schuster, der eben noch seine Frau Gemahlin aller Sorgen entledigt hat, in Slow Motion eine Bratpfanne auf den Kopf, worauf diesem ein Auge aus dem Gesicht fällt.

Machen wir hier einen Cut. The Dark Rock (komischer Titel, ein dunkler Felsen ist weit und breit nicht zu sehen) ist auch jenseits unfreiwilliger Komik besser als die meisten deutschen No-Budget-Independents. Was es mit den Relikten auf sich hat und warum Herr Schuster und Kollegen als Untote durch die Gegend wandeln, bleibt ziemlich nebulös. Das ist nicht tragisch, zumal Zombiefilme im Allgemeinen ohnehin sparsam mit Kausalitäten arbeiten. Die erfrischend andere Story wird etwas lethargisch, aber sympathisch bayrisch vorgetragen. Die Effekte sind wenig auf Vordergründigkeit bedacht und atmosphärisch gibt es wenig zu beanstanden. Zwar fehlt das Gespür für Timing – wenn etwa in einer Sequenz das Tempo anziehen müsste, sehen wir stattdessen eine Zeitlupe. Doch es passt zur gemütlichen Grundgeschwindigkeit und wer deutschsprachige Indies – in diesem Fall sollte das Wort Amateurfilm statthaft sein – jenseits der Splatter-Orgien von Bethmann, Schnaas oder Ittenbach schätzt, sollte Ausschau nach diesem überaus seltenen Exemplar halten.


Die harten Fakten:

  • Originaltitel: The Dark Rock
  • Erscheinungsjahr: 2003
  • Laufzeit: 87 Minuten
  • Regie: Christian Holzner
  • Darsteller: Michael Simeth, Anja Zernicke, Bernhard Willberger, Petra Glas

3 Kommentare zu „Gastbeitrag von Damian: The Dark Rock

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