12 für 2021 – „Zeilenkrieg“ (Buchrezension)

Hallo zusammen,

jetzt kann ich dann wirklich bald mit dem Spruch kommen „Eine neue Woche, eine neue Buchbesprechung“, denn auch heute kann ich schon wieder ein Buch meiner „12 für 2021“-Challenge abhaken. Wenn das so weitergeht, werd ich diese Challenge noch tatsächlich meistern können, was, glaub ich, eine Premiere für mich darstellen würde. Verlieren wir also keine weitere Zeit, sondern lasst mich euch lieber von einem kleinen, feinen Roman erzählen, der zwar etwas braucht, um in Fahrt zu kommen, dafür aber hinten raus zu überzeugen weiß.

Storytechnisch geht es dabei um zwei Frauen, beide von Beruf Journalistinnen und doch vermeintlich ganz unterschiedlich: Die eine ist 80, konnte sich einen Namen in der Branche machen und hat gerade ein neues Buch veröffentlicht, die andere ist gerade einmal 27, hängt noch beim Klatsch- und Tratsch-Teil einer großen Zeitung fest und erhofft sich durch das Interview mit der Grande Dame des Journalismus einen wegweisenden Karrieresprung. Blöd nur, dass das Interview so gar nicht rund laufen möchte, die Erfahrene blickt auf den Grünschnabel hinab, der Generationenkonflikt scheint unüberwindbar, doch der Neuling ist beharrlicher als gedacht und so entspinnt sich ein Duell, welches der einen die Reputation und der anderen den Job kosten könnte.

Wie ich bereits eingangs erwähnt habe, brauchte es ein wenig, bis mich das Buch am sprichwörtlichen Haken hatte. Gerade das erste Aufeinandertreffen der beiden Damen ist zwar recht amüsant, wühlt einen aber noch nicht wirklich auf, immerhin kennt man die Beteiligten dafür noch viel zu wenig. Die Schrulligkeit der Einen und die Unbeholfenheit der Anderen wachsen einem erst so nach und nach ans Herz. Man fängt immer besser an, die beiden zu verstehen, kann sich immer besser in sie hineinfühlen und kann so immer besser nachvollziehen, wieso beide so handeln, wie sie es tun. Alleine dafür muss man der Autorin schon ein großes Lob aussprechen, dass sie es schafft, ihrer Leserschaft die Sichtweise einer alten Lady genauso nahe zu bringen wie die einer ambitionierten Anfängerin. Während das Ganze also etwas braucht, um so richtig in Fahrt zu kommen, lohnt es sich auf jeden Fall dran zu bleiben, denn mit Fortschreiten der Geschichte überschlagen sich die Ereignisse immer mehr bis sie schließlich in einem überzeugenden Ende münden. Ob es die fast 500 Seiten wirklich gebraucht hätte, um dorthin zu gelangen, ist zwar fraglich, aber man kann nicht behaupten, dass die Reise einen nicht unterhalten würde.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Originaltitel: The Spoiler
  • Autorin: Annalena McAfee
  • Übersetzer/in: Pociao
  • Verlag: Diogenes
  • ISBN: 9783257068429

Ein Kommentar zu „12 für 2021 – „Zeilenkrieg“ (Buchrezension)

Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Erstelle kostenlos eine Website oder ein Blog auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: