12 für 2021 – „Nur eine Ohrfeige“ (Buchrezension)

Hallo zusammen,

und schon wieder kann ich ein Buch meiner „12 für 2021“-Challenge abhaken – das läuft ja wirklich wie am Schnürchen. Mein SuB ist zwar schon wieder angewachsen (vielleicht wird es mal wieder Zeit, den Stapel selbst zu Wort kommen zu lassen), aber immerhin trägt die Challenge wirklich dazu bei, ein paar der richtig alten Leichen endlich mal loszuwerden. Während die meisten Bücher, die ich mir für diese Challenge ausgesucht hatte, spontane Geschenke waren, handelt es sich bei der heutigen Lektüre tatsächlich um ein Buch, dass ich mir einmal gewünscht hatte – warum es dann trotzdem so lange auf meinem Stapel versauern musste, kann ich nicht wirklich sagen, aber gut, jetzt hab ich es ja endlich gelesen und war leider doch ein wenig enttäuscht. Aber kommen wir zunächst einmal zur Handlung:

Ein lauer Tag in Australien. Familie und Freunde versammeln sich um gemeinsam zu feiern. Der Alkohol fließt, die Stimmung wird enthemmter und plötzlich passiert es: Eines der Kinder fängt sich aufgrund seines unmöglichen Benehmens eine Ohrfeige ein. Einziges Problem, die Schelle kommt nicht vom aufgebrachten Vater, sondern einem der anderen Partygäste. Sofort ist die Stimmung dahin. Drohungen werden ausgestoßen, alles macht sich auf den Heimweg und das Geschehen zieht Konsequenzen nach sich, mit denen wohl keiner der Anwesenden gerechnet hätte.

Eigentlich bin ich damals auf diese Geschichte durch eine Serie aufmerksam geworden, für die eine Zeit lang Werbung auf ARTE gemacht wurde. Die Serie hab ich am Ende gar nie gesehen, aber die Geschichte hörte sich doch so interessant an, dass ich mir das Buch gewünscht habe. Doch leider stellte sich beim Lesen heraus, dass es genau die interessante Prämisse ist, die dem Lesevergnügen am Ende ein wenig im Wege steht. Der Clou an der Sache ist nämlich, dass jedes Kapitel aus der Sichtweise einer anderen Figur erzählt wird. Da die Zeit aber voran schreitet, bekommen wir so die unterschiedlichen Auswirkungen dieser Handlung aus unterschiedlichen Blickpunkten geboten.
Klingt recht spannend – und ist es auch – bringt allerdings das Problem mit sich, dass jede Figur nur ein Kapitel lang „zu Wort kommt“. Was bedeutet, dass man als Leser ständig die Bezugsperson ändert und sobald man mal so richtig warm mit dem einen PoV (=Point of View)-Charakter geworden wäre, wechselt dieser auch schon wieder. So kann man dem Autor quasi lediglich „vorwerfen“, dass er acht so interessanten Charaktere erschaffen hat, dass man direkt traurig ist, nicht mehr Zeit mit ihnen verbringen zu können.
Wobei, nicht nur dieser ständig Wechsel mindert ein wenig den Gesamteindruck, denn während viele Entwicklungen der Rahmenhandlung lebensnah und kreativ zugleich wirken, kommt das Ende dann erstaunlich zahm und versöhnlich ums Eck – man möchte gar von einem Happy End sprechen, das leider irgendwie so gar nicht zum Rest des Geschehens passen möchte.

Am Ende muss ich also sagen, dass ich den Ansatz zwar sehr interessant, einige Einfälle sehr gelungen und den Stil insgesamt recht fesselnd fand, dass aber gerade das einzigartige Konzept und ein viel zu glattgebügeltes Ende mir ein wenig den Spaß am Ganzen verhagelt haben.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Originaltitel: The Slap
  • Autor: Christos Tsiolkas
  • Verlag: Wilhelm Heyne
  • ISBN: 978-3-453-43727-2

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