Diagonale 2021 – Die Spielfilme

Hallo zusammen,

und da ist sie auch schon wieder Geschichte, die Diagonale 2021. Gestern Abend fiel also der Vorhand für dieses Jahr, was bedeutet, dass es Zeit wird, euch ein bisschen von den von mir gesehenen Filmen zu berichten. In diesem ersten Beitrag nehme ich mir erst einmal die Spielfilme vor. Hier habe ich 5 Wettbewerbskandidaten, 3 Langspielfilme und 2 Kurzfilme, und einen Film im Zuge der diesjährigen Jessica Hausner Retrospektive gesehen. Fangen wir also am besten gleich mal mit den Langspielfilmen an…

Fuchs im Bau:

Diesem Film wurde die große Ehre zuteil, die heurige Diagonale eröffnen zu dürfen. Und wie immer bewiesen die Verantwortlichen ein gutes Gespür bei ihrer Auswahl. Zwar konnte der Film am Ende den begehrten Preis für den besten Film nicht mit nach Hause nehmen, aber das ändert nichts daran, dass es sich hierbei um ein kraftvolles Drama handelt, welches mit seinen hervorragenden Schauspielern und vielsagenden Dialogen punkten kann. Unter den von mir gesehenen Filmen eindeutig mein persönlicher Favorit.

1 Verabredung im Herbst:

Wenn Regisseur Brauneis eines mit seinen Filme meisterlich unter Beweis stellt, dann dass einen in Wirklichkeit nichts davon abhalten kann, einen Film zu machen, wenn man das wirklich möchte. Weder eine Pandemie, noch die damit einhergehenden Beschränkungen oder ein Budget von gerade einem knapp 14.000 Euro – wenn alle Beteiligten Bock auf das Projekt haben, dann wird es auch realisiert werden. Und das war hier zum Glück eindeutig der Fall. Zum Glück sage ich, weil dadurch die österreichische Filmlandschaft um ein, zwar nicht perfektes, dafür aber wunderbar unkonventionelles Liebesdrama reicher ist.

RISIKEN und NEBENWIRKUNGEN: 

Regisseur Michael Kreihsl scheint eine Schwäche dafür zu haben, Theaterstücke auf die große Leinwand zu bringen. Immerhin war er bei der Diagonale 2019 mit dem Film „Die Wunderübung“ vertreten, welcher auf einem Theaterstück, beziehungsweise auf dem zugehörigen Buch basiert. „Risiken und Nebenwirkungen“ basiert nun, wie ihr euch wahrscheinlich schon gedacht habt, auch auf einem Theaterstück. Die Grundidee, eine Frau erfährt von ihrem Arzt, dass sie eine neue Niere braucht, ihr Mann zögert allerdings ihr eine zu spenden und schließlich wird das emotionale Chaos vollkommen, als ein Freund ihr dafür eine seiner Nieren anbietet, blieb gleich, wurde allerdings um einige Szenen, Figuren und Dialoge erweitert. Herausgekommen ist ein Film, der ein paar amüsante Einfälle auf der Haben-Seite zu verbuchen hat, einen aber leider viel seltener zum Schmunzeln bringt, als man es sich erwarten würde.

Hotel: 

Hier haben wir nun also jenen Film, den ich im Zuge der Jessica Hausner Retrospektive gesehen habe. Mit einer ihrer ersten Regiearbeiten begab sich Hausner in das Horrorgenre und versuchte, Grusel und Spannung abseits billiger Jumpscares und bekannter Klischees zu erzeugen. Wenn einem dieses Kunststück gelingt, zählen die entstandenen Werke oft zu dem Besten, was es in diesem Bereich so zu finden gibt. Leider muss ich aber sagen, dass mir Hausners Werk öfter ein Gefühl der Langeweile denn Gänsehaut beschert hätte. Das liegt einerseits an einer merkwürdig gezeichneten Protagonistin, andererseits an dem ein oder anderen Pacing-Problem (der Tot für jedwede Spannung, wie ein jeder Horrorfan weiß).

Rain outside our window: 

Damit wären wir auch schon bei den Kurzfilmen angekommen. „Rain outside our window“ zeigt dabei durchaus eindrucksvoll, wie man in gerade einmal 17 Minuten das Ende einer Beziehung porträtieren kann, ohne vieler Worte und trotzdem sehr kraftvoll.

Civilization:

Vom tragischen Zerbrechen einer Beziehung, hin zu einem etwas leichteren Beitrag, der allerdings ein ebenso ernstes Thema beleuchtet: Spielsucht. Dabei fängt alles so unschuldig an, eine Wiener Familie flüchtet sich während des ersten Lockdowns in das Kärtner Ferienhaus. Die Mutter gehört zu einer systemrelevanten Berufsgruppe, weshalb sie die Woche über in Wien sein muss. Der Vater ist also mit seiner kleinen Tochter und dem Teenagersohn alleine und fängt mehr so nebenbei an, ein wenig „Civilization“ zu zocken – immerhin hat ihm das schon in seiner Jugend viel Spaß gemacht. Zunächst nur gemeinsam mit seinem Sohn, gerät er bald in etwas, das man als durchaus typische Suchtspirale bezeichnen könnte. Das Ende fällt dann zwar etwas zu schnell zu versöhnlich aus, aber so ist das nun einmal manchmal im Mikrokosmos Kurzfilm.

Und das waren sie auch schon, alle Spielfilme, die ich im Zuge der diesjährigen Diagonale sehen konnte. „Fuchs im Bau“ stellt hier, wie bereits oben erwähnt, mein Highlight dar, aber auch „Civilization“ konnte ich einiges abgewinnen. In den nächsten Tagen folgen dann übrigens noch weitere Beiträge zu den von mir gesehenen Dokumentarfilmen und Experimentalfilmen.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

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