Diagonale 2021 – Die Dokumentarfilme

Hallo zusammen,

ja, die Diagonale ist eigentlich bereits seit über einer Woche vorbei, aber ihr kennt das ja sicher, auch dem motiviertesten Filmnerd/Blogger kommt ab und an einfach das echte Leben (und zugegeben auch ein bisschen das schöne Wetter 😉 ) in die Quere. Naja, da kann man nun mal nichts machen, trotzdem möchte ich es mir nicht nehmen lassen, euch neben den Spielfilmen auch noch einen kurzen Überblick darüber zu geben, was ich so im Dokumentarfilmsektor gesehen habe. Wobei die Ausbeute hier in diesem Jahr deutlich schmaler ausfällt. So komme ich gerade einmal auf einen langen Dokumentarfilm und zwei Kurzdokumentarfilme.

Glory to the Queen: 

Auf diesen Film hatte ich mich eigentlich wirklich sehr gefreut, erstens weil ich den Schachsport schon seit meiner Kindheit sehr faszinierend finde und zweitens, weil ich erst Anfang des Jahres das „Damengambit“ geschaut habe, was meine Lust auf dieses Spiel der Spiele ein wenig neu entfachen konnte. Ein Film über vier georgische Frauen, welche die Schachwelt über mehrere Dekaden hinweg gehörig aufgemischt haben, müsste als genau das Richtige für mich sein. Leider ist dies hier ein Fall von spannendem Thema schlecht umgesetzt. Von dem jeweiligen Werdegang der vier Damen erfährt man nur sehr wenig, auch ihre konkreten herausragenden Erfolge werden nur am Rande erwähnt, wodurch den Interviewschnipseln dann auch der nötig Subtext fehlt – es ist ja schön zu wissen, dass quasi eine ganze Generation Mädchen nach diesen vier Ausnahmespielerinnen benannt ist, noch schöner wäre es allerdings zu verstehen, was diese Vier geleistet haben, um so verehrt zu werden. Gerade als Schachfan würde man sich ein paar mehr Erläuterungen zu gewonnen Partien oder dergleichen wünschen.

Characters: 

Und damit sind wir auch schon bei den Kurzdokumentarfilmen angekommen, die mich, anders als der Langfilm, auf ganzer Linie überzeugen konnten. In „Characters“ geht es dabei um eine Gruppe Menschen, die jeden Tag in einen Park in China gehen, um dort mit Wasser Schriftzeichen auf den Boden zu zeichnen. Chinesische Kalligraphie vom Feinsten ist dort zu sehen, doch nicht nur das, mit dem Blick auf die vergänglichen Zeichen legt sich eine spürbare Ruhe über den eigenen Geist. Beinahe ist man versucht hier die Worte erhabene Schönheit zu gebrauchen. Was es auch ist, die Filmemacherin schafft es auf jeden Fall ganz hervorragend, die eigene Faszination für diese temporäre, deswegen aber nicht weniger anziehende Kunst auf den Zuschauer zu übertragen.

Dear Mr. Ishida: 

Gerade einmal 9 Minuten, länger braucht Sebastian Bobik nicht, um das Herz eines jeden Cineasten für sich und den japanischen Filmemacher Tamizo Ishida zu gewinnen. Mit einem Brief, den der Adressat niemals erhalten wird, würdigt Bobik einem Mann, dessen Werk droht endgültig in der Versenkung zu verschwinden – und das völlig zu Unrecht, wenn man den Worten Bobiks Glauben schenkt.

So, das war doch mal kurz und knackig. Übermorgen geht es dann übrigens im letzten Teil meiner Diagonale-Beitragsreihe mit dem innovativen Kino weiter (und „innovativ“ ist in diesem Fall wirklich das richtige Wort).

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

Ein Kommentar zu „Diagonale 2021 – Die Dokumentarfilme

Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: