Kultfilm #1: Starship Troopers

Hallo zusammen,

zu meiner Schande muss ich gestehen, dass der liebe Stigler mich eigentlich bereits im Juli letztens Jahres gefragt hatte, ob ich nicht Lust auf eine neue Kollaboration mit ihm hätte. Trotz Zusage, habe ich es aber einfach nicht auf die Reihe gebracht – bis jetzt! Denn nun darf ich euch voller Freude ein neues Format auf meinem Blog vorstellen, welches „Kultfilm“ heißt.
Einmal im Monat präsentieren DerStigler und ich unter dieser Überschrift eine Rezension zu einem Film, der es geschafft hat Kultstatus zu erreichen. Da es sich bei diesen Filmen um Werke mit einer großen Anhängerschaft und meist auch einer bewegteren Geschichte handelt, erwarten euch hier allerdings keine „normalen“ Rezensionen, sondern viel mehr etwas ausführlichere Einblicke, weshalb der Film unserer Ansicht nach zum Kult avanciert sein könnte und natürlich auch, ob wir die ganze Aufregung rund um den Streifen überhaupt nachvollziehen können.
Und als ersten Kandidaten der Reihe haben wir uns gleich mal einen Film vorgenommen, bei dem man wahrlich von einer bewegten Vergangenheit sprechen kann: „Starship Troopers“ von Paul Verhoeven.


Es gibt sie immer wieder, Filme, die polarisieren, Filme, die unterschiedlich aufgenommen werden, Filme, die falsch verstanden werden – auf Verhoevens „Starship Troopers“ trifft wohl alles zu. Nach seinem Erscheinen von vielen als faschistische Propaganda verteufelt, hatte es der Film vor allem auch bei offiziellen Stellen nicht leicht. So indizierte im Jahr 1999 zum Beispiel die deutsche Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften das Werk aufgrund seines angeblich pro-militärischen Inhaltes und der expliziten Gewaltdarstellungen, eine Indizierung, die erst 2017 aufgehoben wurde. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie der eigentlich satirische Zugang Verhoevens zu dem Thema Faschismus, Xenophobie, Militär und Propaganda in sein Gegenteil verkehrt wurde.
Doch zum Glück gab es auch jenes Lager, welches die Intentionen des Filmschaffenden richtig zu deuten verstand und sich für den Film ebenso wie seine Botschaft stark machte. Noch heute gibt es zahlreiche Kritiker, die das Werk in ausführlichen Analysen beleuchten und versuchen dadurch ein Verständnis beim Zuschauer zu wecken. Alleine die Tatsache, dass dieser Film es schafft noch heute eine solche Beachtung in Fachkreisen und auch außerhalb dieser zu finden, beweist schon mal eindeutig seinen Kultstatus.
Ich persönlich hatte die Gelegenheit den Film im Sommer, dank eines Open-Air-Events gesponsert vom Uncut Magazin, auf der Murinsel in Graz zum ersten Mal zu sichten und war begeistert. Für mich ist es völlig unklar, wie man eine so deutlich überspitzt gezeichnete Geschichte, die eindeutig das Lächerliche am Geschehen aufzeigen möchte, als faschistisch oder gar pro-militärisch ansehen kann. Verhoeven zeigt mit einer bitterbösen und eiskalten Präzision jene Gräueltaten auf, die aus falsch verstandenem Patriotismus und Nationalstolz entstehen können; er führt dem Zuschauer auf eine übertriebene, dafür umso treffsicherere Weise vor Augen, wie schnell faschistische Systeme in einer Zeit der Unsicherheit, in der teils geschürte Ängste die Oberhand gewinnen, Fuß fassen können. Alleine aufgrund seiner unter der satirischen Oberfläche schlummernden Botschaft sollte dieses Werk gerade in der heutigen Zeit auf gar keinen Fall in der Vergessenheit geraten, sondern lieber mal wieder in die Abspielgeräte für eine erneute (oder vielleicht sogar erste) Sichtung wandern.


Und das war es auch schon von meiner Seite aus zum ersten Kultfilm dieser neuen Reihe. Nachdem ich etwas hinterherhinke, werdet ihr bereits nächste Woche den zweiten Kandidaten des Formates präsentiert bekommen, bevor es dann im März mit dem vorgesehenen einmonatigen Rhythmus weitergeht.
Die Rezension von DerStigler findet ihr übrigens, wenn ihr ⇒HIER! drauf klickt.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

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6 Gedanken zu “Kultfilm #1: Starship Troopers

    • Ich hatte den vorher noch nie gesehen…wahrscheinlich weil sich keiner in meinem Haushalt die geschnittene TV-Version antun wollt😅. Aber ich muss echt sagen, dass der was kann…wird also sicher nicht die letzte Sichtung gewesen sein 😉

      Gefällt 1 Person

  1. Sali, Mara.
    Für mich ist Paul Verhoevens ‚Starship Troopers‘ allenfalls als Naja-Film in Erinnerung geblieben. Gesehen & abgehakt. Was sich gut in meine Erfahrungen mit dem Regisseur einfügt, weil mich keiner seiner gesehenen Filme auch nur im Ansatz aufmerken ließ.
    An eine Satire innerhalb von ‚Starship Troopers‘ erinnere ich mich nun auch nicht wirklich… 😎 (eine mit dem Holzhammer, vielleicht).

    Ich gestehe allerdings offen, daß ich mit einer ganzen Reihen von gefeierten Kultfilmen nicht viel anzufangen weiß (‚2001‘ um einen der Bekanntesten zu erwähnen 🙂).

    bonté

    Gefällt 2 Personen

    • Hallo Robert,
      naja, so übertrieben wie da alles dargestellt wird (ich mein, allein schon die Dialoge sind einfach der Wahnsinn), kann das in meinen Augen nur als Gesellschafts- und Kriegssatire gedacht sein, weil ernst nehmen kann man das ja nicht. Und nach meinen Recherchen über Verhoevens Intentionen dürfte mich mein Gefühl da auch nicht getrügt haben.
      Wobei ich schon verstehen kann was du meinst, ich hab auch eine Klassiker der Filmgeschichte, die ich jetzt nur okay oder nicht mal prickelnd finde…zb Der Zauberer von Oz.

      Liebe Grüße

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