„Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ – Mein Problem mit dem Ende

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So meine liebe Leser und Leserinnen,

wie ich bereits in der eigentlichen Rezension zu diesem Film angekündigt habe, folgt hier nun ein Novum auf meinem Blog. Da es mir einfach unmöglich war meine Gedanken zu diesem Film spoilerfrei zum Ausdruck zu bringen, habe ich mich dazu entschlossen einen kurzen Beitrag zu schreiben, der sich nur mit der finalen Auflösung des Films und was mich daran stört auseinandersetzt. Dieser Beitrag wird allerdings kein ellenlanger Rant über das Ende des Films, da es mich nicht im eigentlichen Sinne geärgert hat, sondern eher eine in meinen Augen doch recht fragwürdige Botschaft enthält. Also hier noch einmal die deutliche Warnung für alle – sobald ihr auf „weiterlesen“ klickt, werdet ihr massive Spoiler über das Ende dieses Films lesen können! All jenen unter euch, die sich den Film noch anschauen wollen, würde ich von der Lektüre abraten, es sei denn, ihr gehört zu jener Sorte Menschen, denen Spoiler nichts anhaben können ;-). Also dann mal ran an den Speck….

Während Samantha den selben Tag immer und immer wieder durchleben muss, versucht sie irgendwann herauszufinden, weshalb sie dieses Schicksal überhaupt ereilt und folgt mehreren Personen in ihrer Umgebung auf der Suche nach einer Antwort. So folgt sie eines Nachts während der Party auch der Außenseiterin Juliet, die eigentlich nur erschienen ist, um einmal mit all den Mobbern abzurechnen, dabei allerdings kläglich versagt und hinaus in die Nacht eilt. schockiert muss Samantha feststellen, dass Juliet der Grund für den Unfall ist, da sie absichtlich vor das Auto läuft. Nachdem sie diese Abfolge der Ereignisse beobachten konnte wacht Samantha mit einem guten Gefühl auf, da sie nun endlich weiß, was zu tun ist. Sie folgt Juliet erneut in den Wald und schafft es noch diese vor der Straße einzuholen, dort versucht sie Juliet davon zu überzeugen, dass Selbstmord keine Lösung ist, doch als Juliet trotzdem auf die Straße läuft, opfert sich Samantha, um sie zu retten und wird dabei selbst tödlich von dem Auto erfasst.

Dies ist also das Ende und es sagt uns ganz eindeutig, dass der Tod wohl doch die Lösung ist. Obwohl Samantha Juliet noch das Gegenteil einzureden versucht, stellen ihre eigenen Handlungen nur wenige Augenblicke später klar, dass Aufopferung eben doch die Erlösung bringen kann.

Ein altbekanntes Thema, dass es in den unterschiedlichen Kulturen wohl nicht erst seit der Bibel gibt (ihr erinnert euch an Jesus und seine Aufopferung für die Sünden der Menschheit?!). Und an und für sich wäre dieser religiöse Touch und Anklang auch nichts, was man von vornherein kategorisch ablehnen müsste (auch andere Filmemacher haben es bereits getan – spontan würde mir da Matrix Revolutions einfallen, indem auch Neos einziger Weg zu gewinnen darin besteht, sich selbst zu opfern). Allerdings stößt mir diese Conclusio hier doch saurer auf als bei manch anderen Filmen, die sich für diesen Weg entschieden haben und dies vor allem aus zwei Gründen.

Der Erste ist tatsächlich das Genre. Zwar bin ich eigentlich jemand, der sehr wenig mit Genres am Hut hat, meine Meinung war schon von jeher, ob mir ein Film gefällt oder nicht hat eigentlich wenig bis gar nichts mit dem Genre zu tun, unter welches er klassifiziert wird. Allerdings muss man doch sagen, dass sich gerade Teenie-Dramen meist an ein Publikum richten, welches dem Alter der Hauptfiguren entspricht – in diesem Fall also junge Menschen um die 16. Gerade in dieser Zeit ist das Leben nicht immer einfach, die eigene Gefühlswelt kann von einer Sekunde auf die nächste in größtes Chaos versinken, aus Gründen, die man als Erwachsener nicht immer nachvollziehen kann. In diesem Kontext ein solches Ende zu wählen sorgte bei mir dann doch für leichte Verwunderung.

Der zweite Grund ist die dadurch bewirkte offensichtliche Inkohärenz der dargestellten Weltanschauung. Es ist schwer dem Zuschauer zwei so konträre Aussagen innerhalb von nur 5 Minuten Laufzeit zu verkaufen: auf der einen Seite soll Selbstmord nicht die geeignete Lösung für die eigenen Probleme sein, auf der anderen Seite kann es sehr wohl das richtige, ja sogar das einzige Mittel sein, um seine Probleme zu lösen!?! Das passt doch vorne und hinten einfach nicht zusammen.

Nun werden die sehr aufmerksamen von euch vielleicht einwerfen, dass Samanthas Selbstmord ja gar nicht gewollt war, sondern nur aus der Tatsachen entstand, dass sie Juliet nicht von ihrem Plan abhalten konnte, aber glaubt mir, mit dem Aufschlagen der Augen am Morgen weiß Samantha, dass sie sterben wird, dass sie sterben muss, dass dies der eigentliche Grund ist, weshalb sie in dieser Zeitschleife gefangen ist – wo wir schon wieder bei den religiösen Untertönen wären.

Aber versteht mich bitte nicht falsch, bis zu diesem Finale, und dies sind wirklich nur die letzten zwei Minuten des Films, hat mir der Film wirklich gut gefallen und ich war überraschend berührt von der Geschichte. Und auch die Auflösung ist jetzt per se nicht schlecht, sondern einfach eher problematisch. Alles in allem bleibe ich also bei meinem Fazit der eigentlichen Rezension und finde, dass den Machern hier durchaus ein sehenswertes Drama gelungen ist.

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